Affectis Pharmaceuticals AG identifiziert neues Depressions-Gen

17.05.2006

Affectis Pharmaceuticals AG hat die Identifizierung eines Gens bekannt gegeben, das stark mit dem Auftreten von manischer Depression assoziiert ist. Das Gen kodiert für ein Rezeptorprotein und stellt damit einen viel versprechenden Ansatzpunkt für die Entwicklung von Medikamenten gegen bipolare affektive Störungen wie z. B. Manie und Depression dar. Affectis hat bereits Leitstrukturen identifiziert und hofft, entsprechende Medikamentenkandidaten noch in diesem Jahr in die präklinische Entwicklung bringen zu können.

Das Gen wurde durch Stammbaumanalysen eine französisch-kanadischen Bevölkerungsgruppe auf Chromosom 12 lokalisiert und die genaue Region anschließend durch Assoziationsstudien mit so genannten Mikrosatelliten-Markern in einer Fallkontrollstudie an derselben Bevölkerungsgruppe lokalisiert. Detaillierte genotypische, Allel- und Familienstudien lassen es als sehr wahrscheinlich erscheinen, dass das P2RX7 Gen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von bipolaren affektiven Erkrankungen spielt.

"P2RX7 kodiert für den P2X7-Rezeptor, einen Ionenkanal, der sich öffnet, sobald extrazelluläres ATP an ihn bindet", sagte Prof. Dr. Dr. Florian Holsboer, Mitautor der Studie und Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie sowie Vorsitzender des Aufsichtsrats von Affectis Pharmaceuticals AG. "Seine Funktion ist noch nicht in allen Details beschrieben, aber man glaubt, dass er eine Schutzfunktion für Nervenzellen hat und darüber hinaus an der Modulation von Entzündungsprozessen beteiligt ist. Wir haben außerdem einen bestimmten Polymorphismus einer Aminosäure in der so genannten C-terminalen Domäne des P2X7-Rezeptors gefunden, also einer Untereinheit des Rezeptors, von der man weiß, dass sie für dessen normale Funktion wie z. B. für den Transport von Calcium oder die Weitergabe von Signalen in die Zelle unabdingbar ist."

Dr. Herbert Stadler, Vorstand von Affectis Pharmaceuticals AG sagte: "Wir haben in den USA und in Europa Patentschutz für das Gen beantragt und bereits vor anderthalb Jahren mit der Suche nach entsprechenden Medikamenten begonnen. Wir hoffen, dass wir schon bald einen Medikamentenkandidaten auswählen können, so dass wir mit der präklinischen Entwicklung beginnen können. Wenn alles klappt, könnten wir im Jahr 2008 erste klinische Versuche durchführen."

Die Forschungsergebnisse wurden im American Journal of Medical Genetics (Part B: Neuropsychiatric Genetics) veröffentlicht.

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