Die "Ozempic-Ära" könnte die Schuld für Fettleibigkeit vom Einzelnen auf die Lebensmittelindustrie abwälzen
Wie Abnehmspritzen das Bild von Ultra-Processed Foods als Suchtmittel etablieren könnten
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Ein auf dem diesjährigen European Congress on Obesity in Istanbul (Türkei) (12.-15. Mai) vorgestellter Aufsatz legt nahe, dass das neue Zeitalter der Adipositas-Medikamente die Schuld für das Leben mit Fettleibigkeit vom Einzelnen auf die Lebensmittelindustrie abwälzen könnte - so wie das Rauchen der Tabakindustrie und in geringerem Maße der Alkoholkonsum der Alkoholindustrie angelastet wurde.
Die Autoren, Assistant Professor Luc Louis Hagenaars (Department of Public Health, Amsterdam UMC, Amsterdam, Niederlande) und Professor Laura Anne Schmidt, Institute for Health Policy Studies, University of California, San Francisco, USA, sind der Meinung, dass "diese Medikamente die Schuld für Fettleibigkeit vom individuellen Versagen auf den allgegenwärtigen Einfluss kommerzieller Lebensmittelsysteme umlenken könnten, wobei sie Parallelen zu den historischen Erfolgen im Bereich der öffentlichen Gesundheit bei der Bekämpfung von Tabak und Alkohol ziehen. Diese Neuausrichtung ist von entscheidender Bedeutung für die Bekämpfung der eskalierenden Fettleibigkeitsraten und der damit verbundenen chronischen Krankheiten".
In ihrem analytischen Essay stellen sie eine Theorie darüber auf, wie die derzeitige GLP-1-Ära die Konzeptualisierung von Fettleibigkeit beeinflusst. Durch die Integration mehrerer Beweislinien untersuchen Hagenaars und Schmidt neue medizinische und gesundheitspolitische Daten zu den Wirkungen von GLP-1-Agonisten, insbesondere zu ihren Auswirkungen auf die Gewichtsabnahme und das Verlangen (Essensrauschen) nach ultra-verarbeiteten Lebensmitteln (UPF) (siehe Links in den Hinweisen für die Redakteure). Die Analyse stützt sich auf historische Parallelen zu erfolgreichen öffentlichen Gesundheitsbewegungen, die schädliche Substanzen wie Tabak und Alkohol regulierten. Darüber hinaus fließen Erkenntnisse aus früheren Analysen der Autoren zum Lebensmittelsystem ein, in denen Rückkopplungsschleifen identifiziert wurden, die sowohl politische Reaktionen auf ein adipöses Umfeld behindern als auch einen Wandel auslösen könnten.
Diese Analysen deckten kulturelle Annahmen und systemische Hindernisse auf, die alle mit der Annahme zusammenhängen, dass Fettleibigkeit ein Problem von Einzelpersonen ist, und die die Trägheit der Politik fördern, indem sie die eigentliche Ursache der Epidemie verschleiern: kommerzialisierte Lebensmittelsysteme, die darauf ausgerichtet sind, den Absatz von extrem schmackhaften, stark verarbeiteten Lebensmitteln zu maximieren.
Die Autoren sind der Ansicht, dass der Erfolg neuer Medikamente gegen Fettleibigkeit, die eine deutliche Gewichtsreduzierung bewirken, und vor allem die berichtete Verringerung des Verlangens nach UPFs drei wichtige Veränderungen bewirken könnten:
1) Ein Rückgang der Verbrauchernachfrage nach UPFs, wie er sich bereits in den ersten Reformulierungen der Lebensmittelindustrie (z. B. kleinere Portionsgrößen) abzeichnete - die Lebensmittelindustrie entwickelt "GLP-1-freundliche" Lebensmittel in kleineren Verpackungen mit Protein- und Ballaststoffzusätzen, die in großen Geschäften verkauft werden.
2) Ein wissenschaftlicher Paradigmenwechsel, der das Verständnis von Fettleibigkeit stärker an Suchtmodellen ausrichtet (z. B. "ultra-verarbeitetes Lebensmittelrauschen" und die Darstellung ultra-verarbeiteter Lebensmittel als süchtig machende, industriell hergestellte Substanzen) - siehe hier für Forschungsbeispiele
3) Eine Veränderung des öffentlichen Diskurses, weg von der individuellen Schuld hin zur Anerkennung der Rolle gefährlicher kommerzieller Güter bei der Entstehung von Fettleibigkeit (z. B. verstärkte öffentliche Kontrolle ultra-verarbeiteter Lebensmittel).
Die Autoren schreiben: "Diese konvergierenden Auswirkungen könnten ein Umfeld schaffen, das die Verabschiedung von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit begünstigt, ähnlich denen, die erfolgreich für Tabak und Alkohol eingeführt wurden." Die Autoren schlussfolgern: "Die 'Ozempic-Ära' bietet einen entscheidenden Moment, um tief verwurzelte kulturelle Annahmen über Fettleibigkeit als persönliches Versagen in Frage zu stellen. Indem die Gesellschaft die breiteren Auswirkungen der neuen Adipositas-Medikamente nutzt, kann sie die kollektive Verantwortung fördern und die notwendige politische Dynamik erzeugen, um die Ursachen der Adipositas-Krise durch umfassende Reformen des Lebensmittelsystems zu mildern. Wir sind uns zwar bewusst, dass diese neue Ära auch potenzielle Risiken für eine weitere Medikalisierung birgt, glauben aber, dass es eine Chance für ein gesellschaftliches Umdenken gibt, das endlich die systemischen Ursachen der Fettleibigkeit angehen könnte."
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