Boehringer Ingelheim und Microsoft kooperieren für eine patientenzentrierte, KI-gestützte klinische Entwicklung
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Boehringer Ingelheim und Microsoft wollen als starke Partner die KI-gestützte Klinische Entwicklung beschleunigen Gemeinsame Forschung zu Digital Patient Twins soll dazu beitragen, Patientinnen schneller sichere und wirksame Therapien bereitzustellen Potenzial für weitere gemeinsame Entwicklungsprojekte in Animal Health und anderen Unternehmensbereichen
Boehringer Ingelheim und Microsoft haben eine strategische Zusammenarbeit angekündigt. Ziel ist es, mithilfe von Künstlicher Intelligenz dazu beizutragen, Patientinnen schneller sichere und wirksame Therapien zur Verfügung zu stellen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die gemeinsame Erforschung des Potenzials sogenannter "Digital Patient Twins", also computergestützter Abbilder einzelner Patientinnen. Sie nutzen klinische und weitere relevante Daten, um vorherzusagen, wie sich Krankheitsverläufe und Behandlungsergebnisse unter unterschiedlichen Szenarien entwickeln könnten.
Im Rahmen der gemeinsamen Forschung soll untersucht werden, wie sich Krankheitsverläufe modellieren und Behandlungsergebnisse vorhersagen lassen. Darüber hinaus sollen fortgeschrittene Simulationen klinischer Studien erforscht werden. Untersucht werden soll dabei auch, ob solche Ansätze sogenannte Synthetic oder Hybrid Control Arms unterstützen könnten. Dabei handelt es sich um Alternativen zu herkömmlichen Kontrollgruppen in klinischen Studien, bei denen bereits vorhandene Daten beziehungsweise im Fall von Hybrid Control Arms eine Kombination aus vorhandenen Daten und Daten einer konventionellen Kontrollgruppe genutzt werden.
Diese Ansätze sollen langfristig dazu beitragen, dass weniger Patientinnen für Kontrollgruppen benötigt werden, klinische Evidenz schneller gewonnen wird und das Design klinischer Studien verbessert werden kann. Dadurch könnten mehr Studienteilnehmende von neuen Behandlungen profitieren und innovative Medikamente schneller für Patientinnen verfügbar werden. Insgesamt könnten die Modelle so dazu beitragen, die klinische Forschung und Arzneimittelentwicklung effizienter zu gestalten. Mithilfe klinischer und weiterer relevanter Daten könnten diese computergestützten Modelle die klinische Forschung und Evidenzgenerierung verbessern, mit dem Ziel, neue Therapien schneller zu den Patientinnen zu bringen.
"Die Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim verbindet pharmazeutische und wissenschaftliche Expertise mit den KI- und Engineering-Kompetenzen von Microsoft. Deutschland verfügt über Forschung und Entwicklung in der Pharmaindustrie auf Weltniveau. Gemeinsam wollen wir untersuchen, wie Technologie neue Möglichkeiten für die klinische Forschung eröffnen kann", so Agnes Heftberger, Corporate Vice President und CEO von Microsoft Deutschland und Österreich.
Boehringer Ingelheim und Microsoft wollen gemeinsam die wissenschaftliche und technische Machbarkeit des Ansatzes in verschiedenen Krankheits- und Therapiegebieten prüfen - mithilfe von Modellierung, Prototyping und Evidenzgenerierung. Den Anfang macht der Bereich Lungengesundheit.
"Boehringer Ingelheim entwickelt derzeit die umfangreichste Pipeline seiner Geschichte. Unser Ziel ist es, die klinische Forschung noch stärker an den bislang ungedeckten Bedürfnissen von Patientinnen auszurichten. Die Erforschung KI-gestützter Ansätze, einschließlich des künftigen Potenzials von Digital Patient Twins, könnte zu einer patientenzentrierteren, fundierteren und effizienteren klinischen Forschung beitragen", sagt Dr. Lykke Hinsch Gylvin, Chief Medical Officer bei Boehringer Ingelheim. "Entscheidend ist dabei, dass wissenschaftliche Qualität, Patientensicherheit und regulatorische Anforderungen jederzeit gewährleistet bleiben. Diese Partnerschaft unterstützt uns dabei, dieses Ziel verantwortungsvoll und im Einklang mit den geltenden Anforderungen zu verfolgen."
KI-Transformation in der gesamten Organisation
Das Ziel von Boehringer Ingelheim ist es, sich zu einem Frontier-AI- Unternehmen zu entwickeln und KI verantwortungsvoll entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verankern. Aufbauend auf einer der größten Microsoft 365 Copilot-Bereitstellungen in der Pharmaindustrie verbindet das Unternehmen einen breiten Zugang für Mitarbeitende mit rollenspezifischen Anwendungsfällen, gezielter Kompetenzentwicklung, klaren Governance-Strukturen und einer sicheren technologischen Basis.
"Eine erfolgreiche Einführung von KI hängt von mehr als nur der Technologie ab", sagt Harsha Deshmukh, Mitglied der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim und verantwortlich für IT und Global Business Services. "Entscheidend ist, unsere Mitarbeitenden zu befähigen, KI verantwortungsvoll einzusetzen und ihr Potenzial durch skalierbare Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und in allen Geschäftsbereichen zu erschließen."
Die Partnerschaft umfasst darüber hinaus die Modernisierung von Sicherheits- und Rechenzentrumsinfrastrukturen und unterstützt damit den Aufbau einer sicheren, resilienten und zukunftsfähigen technologischen Grundlage für KI- gestützte Innovationen. Gemeinsam werden potenzielle Entwicklungsprojekte in weiteren Bereichen geprüft, darunter Tiergesundheit, Geschäftsprozesse und Technologieinfrastruktur.