Merck, NVIDIA, Microsoft und Dawn Health entwickeln neuartiges Modell zur Unterstützung von Menschen mit seltenen Tumoren

23.10.2026

Merck hat eine Zusammenarbeit mit der NVIDIA Corporation (Santa Clara, Kalifornien, USA), der Microsoft Corporation (Redmond, Washington, USA) und Dawn Health A/S (Kopenhagen, Dänemark) bekannt gegeben, um ein innovatives Modell für Patientenunterstützungsprogramme (PSP) zu entwickeln. Die Kollaborationspartner vereinen hierzu pharmazeutische und klinische Expertise, Unternehmenstechnologie, KI-Services sowie die Entwicklung digitaler Gesundheitsprodukte mit dem gemeinsamen Ziel, Betroffenen eine individuell zugeschnittene, reaktionsschnelle und jederzeit verfügbare fachliche Betreuung zu ermöglichen – ganz gleich, wie komplex sich der Weg des Patienten mit seiner Erkrankung darstellt.

Merck KGaA

Miguel Fernández Alcalde, Leiter Global Commercial Strategy im Unternehmensbereich Healthcare von Merck

„Bezogen auf ihre Behandlungsgeschichte berichten Patientinnen und Patienten mit seltenen Tumoren oft von Herausforderungen, die weit über die medizinische Versorgung hinausgehen, zum Beispiel wenn komplexe Therapieschemata zur Anwendung kommen, verschiedene Fachärzte konsultiert werden müssen und sie ihre Behandlungshistorie dementsprechend immer wieder von Neuem schildern müssen. Unser integriertes Unterstützungskonzept setzt bei den Bedürfnissen der Betroffenen an. Unser Ziel ist es, die Art und Weise, wie Gesundheitsversorgung erlebt wird, grundlegend zu verändern – und nicht, einfach nur ein weiteres beliebiges Tool zur Verfügung zu stellen“, sagte Miguel Fernández Alcalde, Leiter Global Commercial Strategy im Unternehmensbereich Healthcare von Merck. „Die Lösung soll eine kontinuierlichere und stärker personalisierte Unterstützung für Menschen mit seltenen Tumorerkrankungen ermöglichen, auch in kleinen und geografisch weit verstreuten Patientengruppen. Davon profitieren insbesondere Patientinnen und Patienten, die nur eingeschränkten Zugang zu fachärztlicher Behandlung haben.“

Gemeinsam mit den Partnern will Merck ein wegweisendes integriertes Ökosystem entwickeln, das auf die individuellen Bedürfnisse, den Krankheitsverlauf und die Lebensumstände von Menschen mit seltenen Tumorerkrankungen zugeschnitten ist. Das Endprodukt soll ein KI-gestützter Begleiter (AI Companion) sein, der den Betroffenen rund um die Uhr zur Verfügung steht. Jede Interaktion basiert auf fachlich geprüften Inhalten, mit klar definierten Eskalationswegen sowie vollständiger Rückverfolgbarkeit und Auditierbarkeit. Der KI-Begleiter für die Patientinnen und Patienten ist als Ergänzung und nicht als Ersatz für ihre behandelnden Ärzte gedacht. Durch seinen Einsatz sollen mehr Betroffene erreicht werden und schneller Unterstützung erhalten, während Pflegefachkräfte und behandelnde Ärztinnen und Ärzte bei Bedarf weiterhin persönlich zur Verfügung stehen. Mit der jüngsten Kooperation vertiefen Merck und Dawn Health ihre bereits bestehende Partnerschaft zur Unterstützung von Menschen mit seltenen Tumoren.

Sobald die technische Machbarkeit bestätigt ist und die regulatorischen Anforderungen erfüllt sind, wird das neue Modell im Rahmen eines Pilotprojekts in wichtigen europäischen Märkten speziell für Menschen mit Desmoidtumoren oder Neurofibromatose-Typ-1-assoziierten plexiformen Neurofibromen (NF1-PN) ausgerollt werden. Charakteristisch für diese seltenen Tumorerkrankungen sind komplexe Behandlungsprozesse und ein hoher ungedeckter Bedarf, was die Notwendigkeit einer durchgängigeren und qualitativ hochwertigeren Unterstützung zusätzlich unterstreicht.

Die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner beruht auf der gemeinsamen Überzeugung, dass eine engere Verzahnung von digitalen Interaktionen, persönlicher Betreuung und strukturierten Daten mit der Zeit dazu beitragen kann, ein umfassenderes Verständnis dafür zu gewinnen, wie sich die Bedürfnisse eines Patienten im Laufe seines Behandlungsverlaufs wandeln.

Neben Merck sind drei weitere bedeutende Akteure aus der Technologiebranche maßgeblich an der Entwicklung dieser neuartigen Lösung für Patienten beteiligt. NVIDIA sorgt mit seinen KI-Technologien und -Diensten, darunter NIVIDA Nemotron, NIVIDA Nemotron Rerankeing open model, NIVIDA NeMo Guardrails, NeMo Relay, NeMo Gym, NeMo Evaluator, NeMo Data Designer, für die Leistungsfähigkeit und Sicherheit des Programms; Microsoft stellt Cloud- Dienste (Microsoft Foundry, Azure AI Search, den AI Red Teaming Agent sowie Azure Kubernetes Service, Azure SQL und Azure Monitor) für den Betrieb der Dawn-Plattform bereit; und Dawn Health ist federführend bei der Produktentwicklung, dem Design der patientenorientierten Anwendungen auf Basis der Dawn-Plattform und bringt seine regulatorische Expertise in die Zusammenarbeit ein.

Analoge PSPs stellen seit langem ein zentrales Element der Unterstützung dar, die Pharmaunternehmen den Patientinnen und Patienten über ihre Produkte hinaus anbieten als strukturierte, validierte Begleitung während des gesamten Behandlungsverlaufs. Die zunehmende Komplexität von Behandlungs- und Versorgungsprozessen lässt den Bedarf an patientennaher Unterstützung weiter steigen. Gleichzeitig kann die Reichweite entsprechender Programme häufig nicht mit dieser Entwicklung Schritt halten. Menschen mit seltenen Tumorerkrankungen und andere Patientengruppen mit geringer, aber geografisch weit verstreuter Fallzahl haben häufig keinen ausreichenden Zugang zu fachärztlichen Versorgungsangeboten.

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