Boehringer entwickelt Medikament gegen Hepatitis C
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Die Zeitschrift Nature berichtete über einen neuen Wirkstoff gegen das Hepatitis C-Virus (HCV), der im Virologie-Forschungszentrum von Boehringer Ingelheim in Laval, Kanada, erforscht wurde. Bei dem Wirkstoff mit der Bezeichnung BILN 2061 handelt es sich um einen oral wirksamen Hemmer der HCV NS3-Protease. Es ist der erste Wirkstoff dieser neuen Arzneimittelklasse, der am Menschen geprüft wird. Der Artikel in Nature beschreibt die Erforschung sowie erste klinische Studien mit BILN 2061 und weist auf die viel versprechenden Aussichten für eine Behandlung der HCV-Erkrankung mit einem Präparat dieser Wirkstoffklasse hin. Die Gabe von BILN 2061 bei einer begrenzten Anzahl von Hepatitis C -infizierten Patienten über einen Zeitraum von zwei Tagen führte zu einer deutlichen Verringerung der Plasmaspiegel des Hepatitis C-Virus und erbrachte den ersten Nachweis, dass der untersuchte Protease-Hemmer Wirkung zeigt. Routinestudien zur chronischen Verträglichkeit bei Tieren mit sehr hohen Dosen zeigten jedoch deutliche Nebenwirkungen, die weiter untersucht werden müssen. Boehringer Ingelheim prüft derzeit die vorhandenen präklinischen Daten auf ihre Auswirkung auf die klinische Entwicklung dieser Substanz. Derzeit laufen keine Patientenversuche mit der Substanz BILN 2061.
Die bisher erzielten wissenschaftlichen Ergebnisse stehen der medizinischen Fachwelt zur Verfügung.
Die Infektion mit dem Hepatitis C-Virus führt zur chronischen Lebererkrankung, weltweit sind derzeit mehr als 170 Millionen Menschen davon betroffen. Die bislang übliche Behandlung mit Interferon (IFN) ist vor allem bei Patienten mit HCV Genotyp 1 suboptimal und wird schlecht vertragen. Es besteht also ein Bedarf an innovativen Therapeutika. Die HCV-kodierte NS3 Protease ist ein Enzym, das zur Virusvermehrung benötigt wird und gilt als attraktives Ziel für einen therapeutischen Einsatz bei infizierten Patienten.