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Berliner Forscher entwickeln erstmals Sprühpflaster zur Behandlung von Parkinson

Privatanleger können in Entwicklung des Sprühpflasters investieren

28.06.2017

epinamics GmbH

Schematische Darstellung des neuen Sprühpflasters „Liqui - Patch“.

Ein Berliner Forscherteam um Prof. Dr. Wolfgang Kehr und Michael Thiede hat ein sprühbares Wirkstoffpflaster entwickelt, das bei der Behandlung von Morbus Parkinson zum Einsatz kommen soll. Um zwei klinische Studien zu finanzieren, die vor Markteinführung nötig sind, sammeln die Forscher derzeit auf www.aescuvest.de Kapital von Privatinvestoren. Interessierte können sich ab einem Betrag von 250 Euro beteiligen. Im Unterschied zu klassischen Pflastern aus Kunststoff wird das neue Pflaster auf die Haut gesprüht, wo es einen schnell trocknenden Film bildet. Dieser gibt den zur Parkinson-Behandlung eingesetzten Wirkstoff Rotigotin über 24 Stunden in den Blutkreislauf der Patienten ab.

Parkinson: Dopaminmangel im Gehirn hemmt Bewegungsfähigkeit

„Neben Alzheimer zählt Parkinson zu den verbreitetsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems“, erklärt Prof. Dr. Kehr, der über 35 Jahre Erfahrung in der pharma-zeutischen Industrie verfügt und unter anderem bei der Schering AG den Bereich Dermatologie leitete. „Die Patienten, zumeist ältere Menschen, sind in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Ein Mangel des Botenstoffs Dopamin im Gehirn ist dafür verantwortlich. Wirkstoffe wie Rotigotin stimulieren die Dopaminrezeptoren im Gehirn und erhöhen damit die Bewegungsfähigkeit.“ Bislang wird der Wirkstoff über transdermale Pflaster verabreicht, die sich die Patienten auf die Haut kleben und die nach 24 Stunden gewechselt werden müssen.

Sprühbares Pflaster soll tägliche Anwendung erleichtern

Parkinson sei bislang nicht heilbar, da die Ursachen der Erkrankung noch nicht ausreichend bekannt seien. Eine kontinuierliche Therapie könne jedoch dabei helfen, die Symptome zu begrenzen und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten, so Kehr. „Wir wollen mit unserer Entwicklung Patienten helfen, die notwendige Wirkstoffgabe so einfach wie möglich zu gestalten. Dadurch, dass der Wirkstoff aufgesprüht und nicht mittels eines klassischen Pflasters aufgeklebt wird, entstehen keine Hautirritationen. Außerdem ist der Wirkstoff-Film nahezu unsichtbar.“

Plattform-Technologie auch für andere Therapien geeignet

Mit ihrer Berliner epinamics GmbH, die über Labore in Potsdam verfügt, forschen Kehr und Thiede an Techniken zur transdermalen Wirkstoffgabe. Das neue Sprühpflaster, das sie unter dem Namen „Liqui-Patch“ entwickeln, ist eine Plattform-Technologie, die neben Rotigotin auch für die Gabe anderer Wirkstoffe genutzt werden kann. „Neben Parkinson gibt es weitere Anwendungsgebiete, in denen transdermale Pflaster zum Einsatz kommen. Auch Patienten, die unter Vitamin-D-Mangel leiden und bei denen die Wirkstoffaufnahme über den Darm blockiert ist, sind auf Wirkstoffpflaster angewiesen. Ein weiteres Ziel der Forscher ist es daher, ein transdermales Wirkstoff-Pflaster zur Vitamin-D-Abgabe auf den Markt zu bringen.

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