05.10.2021 - Universität Bayreuth

Sensor zeigt aktuellen Füllstand der Harnblase auf dem Smartphone an

EXIST Forschungstransfer-Förderung erstmals für Start-up der Uni Bayreuth

Nach etlichen Pitch-Gewinnen, unter anderem beim IoT Innovation Worldcup 2020, haben vier junge Gründer von „inContAlert“ sich jetzt beim „EXIST“-Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums durchgesetzt. Das Start-up von Studenten und Absolventen der Universität Bayreuth (UBT) wird in den kommenden 18 Monaten eine Förderung von 712.000€ erhalten und plant damit die nächsten Entwicklungsschritte. Mehr hat ein Start-up an der UBT noch nie eingeworben.

Das Team von inContAlert holt die prestigeträchtige EXIST-Forschungstransfer-Förderung zum ersten Mal an die Universität Bayreuth. „Ich gratuliere den jungen Gründern und auch dem Team der GründerUni Bayreuth, das diesen Erfolg mitermöglicht hat!“, sagt Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible. Dieses junge Start-up möchte Menschen mit Inkontinenzproblemen und Blasenfunktionsstörung ein selbstbestimmteres Leben ermöglichen. Es hat einen Sensor entwickelt, der den Patienten den aktuellen Füllstand der Harnblase bequem auf dem Smartphone anzeigt. Unkontrollierter Urinverlust und Schädigungen der Niere sollen so verhindert werden. Dabei funktioniert der Sensor mit einer ausgefeilten Kombination aus Infrarotspektroskopie und Machine-Learning-Algorithmen.

Diesen neuartigen Ansatz entwickeln die vier Gründer nun gezielt zu einem Produkt weiter, das in etwa zwei Jahren marktreif sein soll. Die finanzielle Grundlage konnte inContAlert nun mit dem EXIST-Forschungstransfer legen.

„Das alles wäre nicht möglich gewesen, ohne die super Unterstützung der Universität Bayreuth und insbesondere des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Prozessmanagement“, sagt der Mitgründer und CEO von inContAlert, Dr. Jannik Lockl. Lockl hatte schon im Jahr 2017 – während seines Studiums des Wirtschaftsingenieurwesens in Bayreuth - zusammen mit seinem damaligen Kommilitonen Tristan Zürl das Start-up initiiert. Im Mai 2019 erhielten die beiden mit dem Medical Valley Award eine erste Förderung über 250.000 € und betrieben das Projekt von da an in Vollzeit. Mittlerweile haben sich zwei weitere Bayreuther Ingenieursstudenten, Nicolas Ruhland und Pascal Fechner, dem Team angeschlossen.

Prof. Dr. Röglinger, universitärer Mentor des Teams, untermauert die Relevanz des Themas: „Das Produkt von inContAlert könnte das Leben vieler Millionen Menschen maßgeblich verändern. Das Start-up ist ein Paradebeispiel für das Zusammenspiel der Universität und entsprechender Gründungsinitiativen. Von inContAlert können wir noch einiges erwarten – wir freuen uns sehr über ihre Erfolge und es macht großen Spaß, sie tatkräftig auf ihrem Weg zu unterstützen.“

Bei den vom Bundeswirtschaftsministerium vergebenen EXIST Gründungsstipendien und beim Wettbewerb „EXIST Potenziale“ war die Universität Bayreuth in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich. Doch im Wettbewerb um die EXIST Forschungstransfer-Förderung erfüllte noch nie ein Team der UBT alle Auflagen für eine Bewerbung. Die inContAlert-Gründer sind also auch in dieser Hinsicht echte Pioniere.

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