28.04.2020 - Novartis International AG

Novartis macht Extra-Umsätze wegen Corona

Pharmakonzern profitiert von Kassenschlagern

(dpa-AFX) Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat zum Jahresauftakt mithilfe seiner derzeitigen Kassenschlager wie dem Herzmittel Entresto oder dem Schuppenflechtemittel Cosentyx mehr Umsatz und Gewinn gemacht als am Markt erwartet. Die Corona-Krise wirkte sich nicht wesentlich auf das Geschäft aus, wie das Unternehmen am Dienstag in Basel mitteilte. So haben Vorratskäufe im Zusammenhang mit dem Coronavirus sogar zu einer deutlichen Verbesserung beigetragen und den Umsatz um rund 400 Millionen US-Dollar nach oben getrieben.

"Obwohl das laufende Jahr viele Unsicherheiten birgt, halten wir derzeit an unserer Jahresprognose fest (...)", sagte Konzernchef Vasant Narasimhan. Bei der Lieferkette seien keine Unterbrechungen zu erwarten. Das gelte zumindest für einen Großteil des Portfolios. Unterbrechungen bei klinischen Studien und laufenden Zulassungsanträgen seien zudem überschaubar. Bei den für 2020 geplanten Zulassungsanträgen sieht das Management derzeit alles in allem keine Verzögerungen.

Die Erlöse stiegen im Zeitraum Januar bis März gegenüber dem Vorjahr wechselkursbereinigt um 13 Prozent auf rund 12,3 Milliarden US-Dollar (11,4 Milliarden Euro). Dabei wuchs sowohl das Geschäft mit neuen Medikamenten als auch die Generikasparte Sandoz bereinigt um Wechselkurseffekte prozentual zweistellig. Besonders gut verkaufte sich erneut das Herzmittel Entresto. Der Umsatz legte hier im Vorjahresvergleich um 62 Prozent auf 569 Millionen Dollar zu. Beim Schuppenflechtemittel Cosentyx stiegen die Erlöse um knapp ein Fünftel auf 930 Millionen Dollar.

Nach der Einführung der neuen Gentherapie Zolgensma zur Behandlung von Muskelschwund bei Kindern bis zu zwei Jahren in den USA machte Novartis mit dem Mittel 170 Millionen Dollar Umsatz. Zolgensma gilt als eines der teuersten Medikamente der Welt.

Das operative Kernergebnis - aus dem Abschreibungen, Zu- und Verkäufe sowie andere Sonderfaktoren herausgerechnet sind - legte währungsbereinigt um 34 Prozent auf 4,17 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn stieg von rund 1,87 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 2,17 Milliarden Dollar.

Den Ausblick bestätigten die Schweizer. So soll der Umsatz im laufenden Jahr weiterhin währungsbereinigt im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Das operative Kernergebnis soll dabei währungsbereinigt im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich zulegen. Bei den Zielen beziehe Novartis von nun an auch nicht verkaufte Geschäftsteile von Sandoz in den USA mit ein, womit die Prognose insgesamt etwa ein Prozent unterhalb der früheren Angaben liegt.

Laut Jefferies-Analyst Peter Welford seien die übertroffenen Erwartungen am Markt fast ausschließlich auf die Vorratskäufe durch Covid-19 zurückzuführen. In einer Ersteinschätzung hielt er an seiner Kaufempfehlung der Aktie sowie am Kursziel von 100 Schweizer Franken fest. Das Geschäft mit Entresto sei stark ausgefallen, während sich Cosentyx etwas schwach verkauft habe. Auch bei Zolgensma sei mehr erwartet worden.

Im zweiten Quartal dürfte sich die Situation nach Einschätzung des Managements bei der Nachfrage nach Medikamenten wieder normalisieren. Novartis will die Entwicklung genau verfolgen und gegebenenfalls eine zusätzliche Jahresprognose herausgeben.

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