22.04.2020 - F. Hoffmann-La Roche AG

Roche treibt Corona-Forschung voran

Umsatzplus zum Jahresauftakt: Nur begrenzte Auswirkungen der Corona-Pandemie

(dpa-AFX) Der Pharmakonzern Roche hat im ersten Quartal etwas mehr umgesetzt als im Vorjahr. Dabei sieht das Management bislang nur begrenzte Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das eigene Geschäft, wie Roche am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen in Basel mitteilte. Unterdessen arbeitet das Unternehmen weiter an Produkten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19.

Roche zufolge befindet sich beim Konzern derzeit ein Anti-Sars-CoV-2-Serologietest in der späten Entwicklungsphase. Verfügbar könnte er dem Unternehmen ab Anfang Mai sein. Die monatliche Produktionskapazität der Tests will Roche dabei schnellstmöglich hochfahren. Ein weiterer Corona-Test hat bereits die Notfallzulassung durch die US-Gesundheitsbehörde FDA erhalten.

Neben der Diagnostik arbeitet Roche weiter an Medikamenten zur Behandlung der Krankheit. So laufe derzeit eine klinische Phase-III-Studie zur Sicherheit und Wirksamkeit von Actemra/Roactemra bei einer schweren Covid-19-bedingten Lungenentzündung in verschiedenen Ländern. Ergebnisse erwartet Roche im Frühsommer. Die Produktionskapazitäten will das Unternehmen weltweit zügig ausbauen. Bislang wird das Mittel vor allem bei Arthritis angewendet.

"Der Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im ersten Quartal stellt eine noch nie dagewesene globale Herausforderung dar, ganz besonders für die Gesundheitssysteme weltweit", schilderte Roche-Chef Severin Schwan die Situation. Roche habe sich bislang gut behaupten können. Die globale Lieferkette für Medikamente und Diagnostika ist dem Unternehmen zufolge intakt.

Im ersten Quartal profitierten die Schweizer von neuen Produkten. Diese konnten den Konkurrenzdruck durch sogenannte Biosimilars, also Nachahmer-Medikamente biopharmazeutischer Arzneimittel, ausgleichen. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Prozent auf 15,1 Milliarden Schweizer Franken (knapp 14,4 Mrd Euro). Währungsbereinigt lag das Plus bei 7 Prozent.

Dabei legte die Pharmasparte währungsbereinigt etwas stärker zu als der Diagnostikbereich. Die wichtigsten Wachstumstreiber waren die jüngeren Produkte wie das Krebsmedikament Tecentriq, das Hämophilie-Präparat Hemlibra, Ocrevus zur Behandlung von multipler Sklerose sowie das Brustkrebsmedikament Perjeta. Zusammen kamen die neuen Produkte auf einen Umsatz von 4,6 Milliarden Franken.

Seinen Ausblick für 2020 bestätigte Roche. So erwartet das Management eine wechselkursbereinigte Umsatzsteigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Der Kerngewinn je Aktie soll ungefähr im gleichen Maß zulegen. Auch die Dividende soll 2020 weiter steigen.

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