Mehr Tempo beim Transfer vom Labor in die industrielle Produktion

Die Fraunhofer-Allianz Chemie und der VCI geben Empfehlungen zur Förderung und Gestaltung des Forschungstransfers

23.02.2026
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Symbolbild

Die Fraunhofer-Allianz Chemie und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) haben gemeinsame Empfehlungen zur Förderung und Gestaltung des Transfers in der Chemieindustrie vorgelegt. Zentrale Botschaft: Der Transfer aus der angewandten Forschung in die industrielle Praxis muss politisch besser koordiniert und effizienter ausgestaltet werden, damit Innovationen schneller in Wertschöpfung überführt werden können.

Die chemisch-pharmazeutische Industrie steht vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Klimaneutralität, geopolitische Verschiebungen und verschärfter internationaler Wettbewerb erhöhen den Innovations- und Investitionsdruck. Gleichzeitig verkürzen sich Entwicklungszyklen. Für Unternehmen wird damit entscheidend, neue Verfahren, Materialien und Wirkstoffe rasch in den industriellen Maßstab zu überführen.

Pilot- und Demonstrationsphase als Engpass

Im Mittelpunkt der gemeinsamen Analyse steht die Pilot- und Demonstrationsphase. Sie bildet die Brücke zwischen Labor und industrieller Produktion – und gilt zugleich als besonders anspruchsvoll hinsichtlich Finanzierung, Regulierung und Genehmigung.

„Damit die chemische und pharmazeutische Industrie neue Erkenntnisse in industrielle Prozesse transferieren und skalieren kann, sind besonders für die Pilot- und Demonstrationsphase effizientere Entwicklungsplattformen erforderlich. So können Know-how und Wertschöpfung am Standort gehalten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden“, sagt Stefan Löbbecke, Sprecher der Fraunhofer-Allianz Chemie.

Nach Einschätzung der Autoren sind entsprechende Projekte in Deutschland derzeit häufig mit hohen Investitionskosten, komplexen Förderstrukturen und langen Genehmigungsprozessen verbunden. Dies kann dazu führen, dass Skalierungsentscheidungen außerhalb Europas getroffen werden.

Ulrike Zimmer, VCI-Bereichsleiterin Wissenschaft, Technik und Umwelt, ergänzt: „Pilot- und Demonstrationsprojekte sind in Deutschland zurzeit nicht wettbewerbsfähig. Doch Forschung darf nicht im Labor verharren. Entscheidend ist die industrielle Umsetzung. Dafür braucht es strategisch gebündelte Förderprogramme und planbare, zügige Genehmigungsverfahren.“

Skalierbare Technologien stärken Wettbewerbsfähigkeit

Die chemisch-pharmazeutische Industrie zählt zu den forschungsintensivsten Branchen Deutschlands. Ihre Innovationen sind Grundlage zahlreicher Wertschöpfungsketten.

Vor diesem Hintergrund gewinnen skalierbare Technologien und adaptive Produktionsprozesse an Bedeutung. Skalierbar sind technische Lösungen, die sich vom Labor- oder Pilotmaßstab wirtschaftlich in größere Produktionsdimensionen übertragen lassen. Adaptive Prozesse ermöglichen es, Fertigungsabläufe flexibel und effizient an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Die gemeinsamen Empfehlungen von Fraunhofer-Allianz Chemie und VCI schlagen unter anderem Kooperationsplattformen und industrienahe Entwicklungsumgebungen vor. Diese sollen es ermöglichen, innovative Verfahren unter realitätsnahen Bedingungen zu testen und zügig in industrielle Anwendungen zu überführen.

Öffentliche Mittel sollten dabei gezielt und zeitlich befristet eingesetzt werden, um private Investitionen zu mobilisieren und strukturelle Wettbewerbsnachteile in der Transformationsphase abzufedern. Eine dauerhafte Subventionierung ist nicht Ziel der vorgeschlagenen Maßnahmen.

Die Fraunhofer Allianz Chemie, ein Zusammenschluss von 16 Fraunhofer-Instituten, ist der anwendungsnahe Forschungs- und Entwicklungspartner der chemischen Industrie.

Mit modernster Forschungsinfrastruktur vom Labor- bis in den Pilotmaßstab konzentriert sich die Fraunhofer Allianz Chemie darauf, Ergebnisse der Grundlagenforschung bis zu einer höheren Technologiereife weiterzuentwickeln und ihre Partner bei der großtechnischen Umsetzung zu unterstützen. Eigene Vorentwicklungen ergänzen stetig das FuE-Portfolio.

Die besondere Stärke der Allianz liegt in ihren komplementären Kompetenzen und der hohen fachlichen Qualifikation ihrer Mitarbeiter. So lassen sich ganzheitliche Lösungen auf Systemebene realisieren.

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