07.07.2021 - MushLabs

Gesundes Essen aus dem Labor

Start-up Mushlabs erhält Förderung von Bundesministerium

Pilze als Fleischersatz zu züchten, lautet das Ziel eines findigen Biologen. Das Ergebnis ist nicht nur lecker, sondern könnte sogar einen nachhaltigen Beitrag zur weltweiten Ernährung leisten. Hinter der Idee steht Mazen Rizk. Er promovierte an der Technischen Universität Hamburg in der Technischen Mikrobiologie und gründete vor drei Jahren aus einem Labor der TU Hamburg heraus das Start-up Mushlabs. Das Jungunternehmen erhielt nun für seine erfolgreiche Innovation eine Förderzusage im Rahmen des Förderprogramms Industrielle Bioökonomie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Nachhaltig und lecker: Fleischersatz aus Pilzen

Vegetarische und vegane Ersatzprodukte für Fleisch sind meist auf Sojabasis hergestellt. Mazen Rizk, der Erfinder und Gründer von Mushlabs, geht einen ganz anderen Weg. Er verwendet Pilze, um daraus ein fleischähnliches Produkt herzustellen: „Wir züchten und ernten das Myzel, weil es schneller wächst und fast genauso schmeckt wie der Fruchtkörper der Pilze.“ Das Myzel sind quasi die Wurzeln der Pilze. Es liegt meist in Form eines ausgedehnten fadenförmigen Netzwerks unter der Erde. Das Pilzmyzel wird bei der industriellen Produktion in Bioreaktoren fermentiert und mit Nebenprodukten aus der Lebensmittelindustrie „gefüttert“. Das können Sägemehl, Getreideabfälle, Reishülsen oder Kaffee- und Teeabfälle sein. Der Prozess dauert ein paar Tage, danach werden die Myzelien geerntet. Diese Biomasse stellt den Hauptbestandteil für die Produkte dar, die anschließend zu Steaks oder Fleischbällchen geformt wird. „Unsere Produkte sind besser für die Natur und die Gesundheit, denn wir verbrauchen keine landwirtschaftlichen Flächen für die Anzucht und setzen weder giftige Chemikalien noch Pestizide ein“, sagt Mazen Rizk. „Es ist ein tolles Gefühl mit unserer Arbeit Teil der aktuellen Veränderung zu sein, mit beiden Händen anzupacken und die Welt zukunftsfähig zu gestalten.“

Über das Förderprogramm des Bundesministeriums

Das BMWi unterstützt mit seinem Förderprogramm Industrielle Bioökonomie den Transfer bioökonomischer Produkte und Verfahren in die industrielle Praxis. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche bioökonomische Produkte und Verfahren im Labormaßstab entwickelt, mit denen fossile Rohstoffe, in vielen Fällen unter Nutzung biobasierter Rest- und Abfallstoffe, ersetzt, Treibhausgasemissionen minimiert und Beiträge zur Erschließung neuer Wertschöpfungsketten geleistet werden konnten. Ziel ist es nun, die zugrundeliegenden innovativen Prozesse im industriellen Maßstab breit umzusetzen.

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