28.02.2019 - CureVac AG

CEPI vergibt Vertrag über 34 Millionen US-Dollar an CureVac

Die Koalition für Innovationen zur Vorsorge vor Epidemien (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations, CEPI) und die CureVac AG haben den Abschluss eines Partnerschaftsvertrags im Wert von bis zu 34 Millionen US-Dollar zur weiteren Entwicklung von CureVacs The RNA Printer™ Prototyp bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um eine mobile, automatisierte Produktionseinheit zur Herstellung von geringen Mengen an mRNA (messenger RNA). Diese Plattform bietet eine schnelle Versorgung mit Lipidnanopartikel (LNP)-formulierten mRNA-Impfstoffkandidaten, die sich gegen bekannte Pathogene (einschließlich Lassafieber, Gelbfieber und Tollwut) richten, und ermöglicht eine schnelle Reaktion auf neue und bisher unbekannte (von der WHO als „Krankheit X" bezeichnete) Pathogene.

Auf Grundlage des dreijährigen Partnerschaftsvertrags wird CureVac seine mRNA-Plattform für die präklinische Entwicklung von Impfstoffkandidaten gegen das Lassafieber (das auf der F&E-Liste der WHO als Krankheit mit hoher Priorität geführt wird), Tollwut und Gelbfieber einsetzen. Nach präklinischen Tests für die drei genannten Indikationen werden zwei der Impfstoffkandidaten in klinischen Phase-I-Studien im Menschen untersucht.

So funktionieren LNP-formulierte mRNA-Impfstoffe

Der Bauplan eines Organismus ist in seiner DNA festgeschrieben. Der im Erbgut gespeicherte genetische Code liefert spezifische Anweisungen für die Herstellung von Proteinen.

Ein Botenmolekül – die sogenannte mRNA – transportiert genetische Informationen von der DNA in die Zellmaschinerie, die für die Proteinbildung verantwortlich ist.

Bei den konventionellen Impfansätzen werden lebende oder inaktivierte Pathogene verabreicht, um eine Immunreaktion des Körpers hervorzurufen. Demgegenüber transportiert der LNP-mRNA-Impfstoffkandidat die mRNA und damit lediglich die Information in die Zelle, wodurch diese angewiesen wird, ein spezifisches Protein oder Antigen zu bilden (d. h. eine fremde Substanz, die eine Immunantwort induziert). Um den Abbau der mRNA zu verhindern und die Effektivität des Impfstoffes zu verbessern, wird die mRNA zudem in eine aus Lipidnanopartikeln bestehende Schutzhülle eingekapselt.

„Die Impfstoffplattform von CureVac könnte bahnbrechend sein und unsere Möglichkeiten, auf das Auftreten von Krankheit X zu reagieren, radikal verbessern", sagte Richard Hatchett, CEO der CEPI. „Krankheit X könnte plötzlich auftreten und tödliche Folgen haben – Wir haben das bei Ebola, dem MERS-Coronavirus, Zika und unzähligen anderen Krankheiten bereits erlebt. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, Impfstoffplattformen mit schneller Reaktionszeit zu entwickeln – wie die mRNA-Technologie von CureVac – um uns gegen diese unbekannten Pathogene verteidigen zu können. CEPI fördert bisher drei solcher Plattformen im Wert von insgesamt mehr als 50 Millionen US-Dollar.”

„Die mRNA-Technologie von CureVac kann zur Codierung vieler Proteine oder Antigene konzipiert werden. Das bietet ein großes Potenzial für die Entwicklung von Impfstoffen, die vor tödlichen Pathogenen schützen”, so Daniel Menichella, CEO von CureVac. „Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit CEPI das volle Potenzial des The RNA Printer™ zu nutzen, um sowohl schnell vor Ort in den von einer Epidemie betroffenen Regionen als auch in Krankenhäusern für die personalisierte medizinische Anwendung produzieren zu können.”

Das Projekt soll im März 2019 beginnen.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Lassafieber
  • Tollwut
  • Gelbfieber
  • Lipidnanopartikel
  • Impfstoffentwicklung
Mehr über CureVac
  • News

    CureVacs Coronavirus-Impfstoffkandidat zeigt positive präklinische Ergebnisse bei niedriger Dosierung

    Die CureVac AG hat bekanntgegeben, dass sein führender Impfstoffkandidat gegen das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) in präklinischen Untersuchungen bei einer Dosierung von nur zwei Mikrogramm positive Ergebnisse erzielt hat. Die vorliegenden Daten zeigen eine ausgewogene Immunantwort, ver ... mehr

    Hoffnung auf Corona-Impfstoff im Herbst

    (dpa) Das Tübinger Pharmaunternehmen CureVac kann nach Einschätzung seines Miteigentümers Dietmar Hopp möglicherweise bereits im Herbst einen Impfstoff liefern. «Bei positivem Verlauf könnten wir ungefähr im Frühsommer mit klinischen Tests beginnen», sagte der SAP-Gründer und Mäzen des Fußb ... mehr

    Merkel: Thema CureVac ist «gelöst»

    (dpa) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betrachtet die Auseinandersetzung mit den USA um die Tübinger Impfstoff-Firma CureVac für beendet. «Letzteres hat heute keine Rolle gespielt, zumal das Thema ja auch gelöst ist, wie wir am Wochenende ja sagen konnten», sagte Merkel am Montag in Berl ... mehr

  • Firmen

    CureVac AG

    Die im Jahr 2000 in Tübingen gegründete CureVac AG erforscht, entwickelt und produziert medizinische Wirkstoffe auf Basis des Botenmoleküls Messenger-RNA (mRNA). Das in diesem Bereich führende Unternehmen verfügt über mehr als 18 Jahre Erfahrung im Umgang mit dem vielseitigen Molekül und se ... mehr