Meine Merkliste
my.bionity.com  
Login  

Neuartiges Trennverfahren für therapeutische Antikörper

04.12.2009

Die Hochschule Biberach übernimmt die Koordinierung eines interdisziplinären BMBF-Forschungsprojekts mit einem Gesamtbudget von 3,2 Mio. Euro. Die Kooperationspartner der Biberacher Fakultät Pharmazeutische Biotechnologie sind das Karlsruher Institut für Technologie KIT sowie die Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim und Rentschler Biotechnologie.

Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes "Technische Proteinkristallisation zur Aufreinigung, Stabilisierung und Formulierung pharmazeutisch aktiver Proteine" mit einer Laufzeit von drei Jahren steht die Entwicklung von Antikörpern, die über ein neuartiges Trennverfahren gewonnen werden sollen; diese Kristallisation orientiert sich an den tatsächlichen Produktionsmaßstäben der Branche, so dass eine Übertragung sichergestellt sei, so Prof. Dr. Hans Kiefer, im Institut für Pharmazeutische Biotechnologie verantwortlich für das Forschungsvorhaben.

"Ich freue mich sehr, dass das 2007 gegründete Institut für Pharmazeutische Biotechnologie bereits jetzt ein solches Großprojekt koordiniert. Damit ist der Grundstein für ein interdisziplinäres Netzwerk von Firmen, Proteinchemikern und Verfahrenstechnikern gelegt". Zielsetzung sei der Aufbau eines Biberacher Kompetenzzentrums für die Biotechnologische Aufarbeitung von Proteinen. Mit dem Forschungsprojekt käme man diesem Ziel einen großen Schritt näher, so Kiefer.

Bisher stünden der Industrie für die Aufreinigung etablierte Verfahren zur Verfügung, die zwar verlässlich aber wenig flexibel und dadurch entwicklungsintensiv und teuer seien. Bezüglich Maßstab, Reinheit oder Kontaminationsfreiheit müsse das Verfahren zur Aufreinigung pharmazeutisch aktiver Proteine ständig an die wachsenden Anforderungen angepasst werden, so Kiefer. Wünschenswert dagegen seien im sogenannten Downstream-Processing Verfahrensschritte, die kontinuierlich durchführbar sind, sich robust gegenüber Variationen in den Prozessparametern verhalten und kostengünstige Materialien einsetzen, die behördlichen Vorschriften für die biopharmazeutische Produktherstellung entsprechen (Good Manufacturing Practice).

Innerhalb des BMBF-Projektes will man in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Biologen, Biochemikern, Chemikern und Verfahrenstechnikern erforschen, wie die technische Proteinkristallisation als neuartiges Trennverfahren für Biopharmaka, insbesondere Antikörper, eingesetzt werden kann. Der Prozess werde soweit hochskaliert, dass eine Übertragung auf Produktionsmaßstäbe der Industrie sichergestellt sei, so Kiefer.

Zunächst würden mit physikalisch-chemischen Methoden optimale Bedingungen gesucht, unter denen sich die Proteine ohne Aktivitätsverlust kristallisieren lassen, beschreibt Prof. Kiefer das Vorgehen. Dabei werde zunächst auf Screeningverfahren zurückgegriffen, die in der Strukturbiologie üblich seien. Anschließend würden detaillierte Phasendiagramme erstellt, die eine spätere Prozesskontrolle ermöglichen. Die Anforderungen der Industrie an diesen Prozess seien von Beginn an durch die Pharmaunternehmen klar definiert, so dass eine wirtschaftliche Umsetzbarkeit sichergestellt ist sobald die gesetzten Meilensteine erreicht seien.

Das Forschungsprojekt ist für die noch junge Fakultät Pharmazeutische Biotechnologie von großer Bedeutung. "Die Etablierung der Pharmazeutischen Biotechnologie an der Hochschule Biberach findet mit der erfolgreichen Entwicklung der Forschung eine wichtige Fortsetzung", so Prof. Hans-Ulrich Kilian, Prorektor für Forschung. Dies sei auch ein wichtiges Signal für den Master-Studiengang Pharmazeutische Biotechnologie, der zum Sommersemester 2010 in Kooperation mit der Universität Ulm startet. Die Lehre profitiere direkt von den Forschungsaktivitäten der Professoren, insbesondere im Master-Bereich, so Kilian.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Prozesskontrolle
  • Kristallisation
  • Boehringer Ingelheim
Mehr über Boehringer Ingelheim
Mehr über Rentschler
  • News

    Rentschler Biopharma ernennt neuen Senior Vice President Business Development

    Die Rentschler Biopharma SE gab die Ernennung von Herrn Federico Pollano (55) zum neuen Senior Vice President Business Development mit Wirkung zum 1. März 2018 bekannt. Er wird den Bereich Business Development leiten und als zentraler Ansprechpartner für den wachsenden Kundenkreis des Unter ... mehr

    Rentschler Biotechnologie wird Europäische Aktiengesellschaft

    Die Rentschler Biotechnologie GmbH gab bekannt, dass das Unternehmen mit dem Eintrag in das Handelsregister zum 1. Oktober 2017 erfolgreich zu einer europäischen Aktiengesellschaft umgewandelt wurde und ab sofort als Rentschler Biopharma SE firmiert. Für Kunden und Mitarbeiter des Familienu ... mehr

    Rentschler Biotechnologie und Rentschler Fill Solutions geben strategische Partnerschaft bekannt

    Die Rentschler Biotechnologie GmbH und die Rentschler Fill Solutions GmbH gaben eine strategische Partnerschaft zur Bereitstellung neuer Abfüllanlagen sowie Lösungen zur Herstellung biopharmazeutischer Produkte aus einer Hand bekannt, um den Bedürfnissen der Kunden von Rentschler Biotechnol ... mehr

  • Firmen

    Dr. Rentschler Holding GmbH & Co. KG

    Seit über 75 Jahren ist Rentschler im Dienste der Gesundheit tätig. In dieser Zeit ist die durchschnittliche Lebenserwartung in den westlichen Industrienationen von gut 56 Jahren im Jahr 1930 auf etwa 75 Jahre im Jahr 2005 gestiegen – nicht zuletzt ein Verdienst der verbesserten medizinisch ... mehr

    Rentschler Biotechnologie GmbH

    Rentschler Biotechnologie GmbH entwickelt und produziert als unabhängiges und familiengeführtes Unternehmen Arzneimittel, die biotechnologisch hergestellt werden. Das Unternehmen bietet seinen weltweiten Kunden den kompletten Service von der Wirkstoffentwicklung über die Wirkstoffproduktion ... mehr

Mehr über Bundesministerium für Bildung und Forschung
Mehr über FH Biberach
Mehr über KIT
  • News

    Nanoreaktoren nach natürlichen Vorbildern gebaut

    Winzige Reaktoren nach natürlichen Vorbildern haben Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt: Wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Journal of the American Chemical Society in einem Perspektivenartikel berichten, liegt ein Fokus ihrer Forschung auf kata ... mehr

    Hightech-Zahnersatz: Mit Nanotechnik gegen Bakterien

    Gefäßerweiternde Stents, „Labs-on-Chip“ für Analysen auf kleinster Fläche, 3-D-Zellkultursysteme für die Geweberekonstruktion: Mikrotechnik wird für die Medizintechnik immer wichtiger. Auch in der Implantologie öffnet sie neue Potenziale. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technol ... mehr

    Wasseraufbereitung: Neues Verfahren eliminiert hormonelle Mikroschadstoffe

    Hormone und andere Mikroschadstoffe gefährden die Gesundheit, wenn ihre Rückstände über das Trinkwasser in den Körper gelangen. Breit einsetzbare Lösungen zu ihrer Beseitigung gibt es bislang aber nicht. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem ... mehr

  • Forschungsinstitute

    Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

    Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das ... mehr

Ihr Bowser ist nicht aktuell. Microsoft Internet Explorer 6.0 unterstützt einige Funktionen auf Chemie.DE nicht.