20.01.2009 - Charité - Universitätsmedizin Berlin

Jahresbilanz: hESCreg enthält Informationen zu 600 hESC-Linien

Das vor einem Jahr eröffnete European Human Embryonic Stem Cell Registry - hESCreg enthält nach eigenen Angaben umfangreiche Informationen zu 600 humanen embryonalen Stammzell-Linien, die bis dato in Europa sowie weltweit abgeleitet wurden.

hESCreg bietet umfangreiche Angaben zur Herkunft, molekularbiologische Charakteristika und Qualitätsmerkmale für 217 in Europa hergestellte sowie weitere 334 weltweit abgeleitete human embryonale Stammzell-Linien (hESC-Linien). Von diesen Linien sind 49 hESC-Linien für die standardisierte Stammhaltung und Bereitstellung durch die UK Stem Cell Bank freigegeben worden.

Das Register fungiert hierbei als Plattform zur Information, Koordination und Zusammenarbeit zwischen 69 hESC-Anbietern (30 EU/39 nicht-EU) aus weltweit 23 Ländern (13 EU/10 nicht-EU).

Fast ein Drittel aller registrierten hESC-Linien, d.h. 191 Linien, steht für weitergehende Forschungsarbeiten zur Verfügung. Während europäische Anbieter etwa drei Viertel Ihrer Zelllinien, bzw. 151 Linien, für die Forschung zur Verfügung stellen, ist von außereuropäischen Anbietern weniger als ein Achtel des Zellmaterials, d.h. 40 Linien, verfügbar.

53 registrierte hESC-Linien verfügen über Änderungen im Erbgut. Die große Mehrzahl dieser Zelllinien trägt inhärente genetische Defekte, die für verbreitete Krankheiten wie Mukoviszidose oder Hämophilie verantwortlich sind. Diese Zelllinien könnten für zukünftige krankheitsspezifische Forschungsarbeiten geeignetes Ausgangsmaterial darstellen. Linien mit induzierten Veränderungen tragen Reportergene wie den Fluoreszenzmarker GFP.

hESCreg stellt diese und weitere Informationen der Forschungsgemeinschaft, Regierungs- und Zulassungsbehörden sowie einer breiten Öffentlichkeit frei zur Verfügung, um die Reproduzierbarkeit, Vergleichbarkeit und Transparenz der Forschungsergebnisse mit den existierenden humanen embryonalen Stammzellen noch weiter zu erhöhen.

In der Aufbauphase des Registers während des ersten Jahres wurden bereits wichtige Ziele erreicht. So wurden die Arbeitsabläufe bestimmt bei denen verfügbare Informationen zu hESC-Linien von Anbietern, Stammzellregistern, Zellbanken, Forschungsnetzwerken und -initiativen sowie aus der Fachliteratur berücksichtigt werden. Desweiteren wurden die Erfassungskriterien definiert sowie die Mechanismen für die Registrierung, den Zugang und die Qualitätssicherung von Informationen über hESCs etabliert und mit den Anbietern und Anwendern kommuniziert. Darüber hinaus wurden die technischen Grundlagen in Form der Datenbank sowie der verschiedenen Zugangsmöglichkeiten über das Internet geschaffen.

Wichtige Ziele für die zukünftige Arbeit der Registers sind die regelmäßige Bereitstellung neuer Information bezüglich der registrierten Zelllinien, die kontinuierliche Validierung und Aktualisierung aller Datenbankinhalte unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie die Erfassung weiterer pluripotenter Stammzellarten wie z.B. induziert-pluripotente Stammzellen (iPS). Wichtigstes Ziel der Initiative ist die Zusammenführung aller relevanten Informationen über die in den Mitgliedsländern der EU und darüber hinaus hergestellten beziehungsweise unter den im jeweiligen Mitgliedsstaat geltenden Bedingungen eingesetzten humanen embryonalen Stammzellen.

hESCreg wird von der Europäischen Kommission als Specific Support Action im Rahmen des 6. Forschungsrahmenprogramms finanziert. Es wird gemeinsam vom BCRT an der Charité - Universitätsmedizin Berlin sowie der Stammzellbank Barcelona am CMR[B] koordiniert. Als wichtiger Partner des Registers ist die UK Stem Cell Bank hervorzuheben.

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