Ovo Labs erhält Max-Planck-Gründungspreis des Stifterverbandes
Hilfe für ungewollt kinderlose Frauen
Anzeigen
Schon der Veranstaltungsort war besonders: Zentralverwaltung der I.G. Farben, zur Bauzeit Ende der 1920er eines der größten und modernsten Bürogebäude seiner Zeit. Dann bis in die 1990er Hauptverwaltung der U.S.-Streitkräfte, heute Herzstück des Campus Westend der Goethe-Universität. Dank der Unterstützung der Goethe-Universität konnte Max-Planck die Verleihung des Max-Planck-Gründungspreises des Stifterverbandes in diesem Gebäude feiern. Genauer gesagt: in der Eisenhower-Rotunde, die im Alltag Cafeteria der Universität ist und einen einzigartigen Rahmen für die Auszeichnung eines besonderen Start-Ups bot.
Technologietransfer im Fokus
Auch Max-Planck-Präsident Patrick Cramer nahm in seiner Rede Bezug auf dieses besondere Haus, in dem „die Geschichte des Grundgesetzes ihren Anfang nahm. Denn am 1. Juli 1948 erhielten hier die elf Ministerpräsidenten der westdeutschen Bundesländer von den westlichen Siegermächten den historischen Auftrag, eine verfassungsgebende Versammlung für die Bundesrepublik einzuberufen.“ Der Präsident schlug damit die Brücke zum Thema Demokratie, die ein wirtschaftliches Fundament benötige – und dieses wiederum gäbe es ohne die Wissenschaft nicht. Damit kam Cramer auf das Thema Technologietransfer zu sprechen, das an diesem Abend im Mittelpunkt stand. Der Max-Planck-Präsident gab bei der Verleihung auch eine Zielmarke vor, die MPG wolle Start-Ups aus den MPI noch stärker fördern und bis 2030 jedes Jahr 20 Ausgründungen auf den Weg bringen. Dafür hat die MPG ein eigenes Validierungsprogramm aufgelegt - Prove2Move.
Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär, freute sich in der sonnendurchfluteten Rotunde über die „erleuchteten Köpfe in der Wissenschaft“ und sagte, dass man für ein Deutschland, das von einem Top-Forschungsland zu einem Top-Technologieland werden solle, die MPG in Bestform brauche. Zudem gratulierte sie dem Gewinnerteam: „Das Ovo Labs-Team steht exemplarisch für das, was wir mit der Hightech Agenda Deutschland entfesseln wollen: Auf Basis der exzellenten und gut finanzierten Grundlagenforschung der Max-Planck-Gesellschaft erwächst erfolgreicher Transfer, Wertschöpfung und Fortschritt in der Biotechnologie und Frauengesundheit.“
Hilfe für ungewollt kinderlose Frauen
Claudia Felser, Vizepräsidentin der Max-Planck-Gesellschaft und Vorsitzende der Jury, stellte die Menschen und das Thema hinter dem diesjährigen Siegerteam vor. Für viele Paare bleibt der Kinderwunsch trotz belastender und teurer Behandlungsversuche unerfüllt. Warum versagen so viele Eizellen? Diese Frage stand im Zentrum fast zehnjähriger Forschung am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen.
Dort hat Melina Schuh, Direktorin am Göttinger Institut, mit ihrem Team Methoden entwickelt, um lebende menschliche Eizellen im Detail zu beobachten – etwas, das lange Zeit gar nicht möglich war. So konnten die Mechanismen aufgeklärt werden, die zu fehlerhaften Eizellen führen, aber auch Lösungen, diese Fehler zu reduzieren. Aus dem Forschungsteam ist ein Start-up geworden.
„Die Geschichte von Ovo Labs ist die Geschichte, wie Erkenntnisse aus dem Labor in konkrete Anwendungen übersetzt werden. Der Max-Planck-Gründungspreis des Stifterverbandes würdigt diesen Transfer. Er ehrt die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die notwendig ist, um bahnbrechende Ideen in die Praxis umzusetzen,“ so Felser.
Vor dem anschließenden Gespräch, das von der Wissenschaftsjournalistin Pia Heinemann moderiert wurde, erklärten Melina Schuh, Agata Zielinska und Oleksandr Yagensky, die Ovo Labs gegründet haben, in einem Film ihre Forschung und ihren Weg zu stabileren Chromosomen in den Eizellen.
Vor der Preisverleihung kamen – organisiert von Max Planck Innovation – erstmals gründungsinteressierte Personen aus der MPG bei den Innovation Round Tables zusammen. Forschende, Gründungsinteressierte und Gründende in der Frühphase trafen auf Innovatorinnen und Innovatoren, Fachleute aus der Industrie und Investierende mit breit gefächerter technischer und betriebswirtschaftlicher Kompetenz. Die intensiven Gespräche ermöglichten wertvollen Austausch und boten eine hervorragende Gelegenheit, Netzwerke aufzubauen und zu stärken.
Weitere News aus dem Ressort Wirtschaft & Finanzen
Meistgelesene News
Weitere News von unseren anderen Portalen
Da tut sich was in der Life-Science-Branche …
So sieht echter Pioniergeist aus: Jede Menge innovative Start-ups bringen frische Ideen, Herzblut und Unternehmergeist auf, um die Welt von morgen zum Positiven zu verändern. Tauchen Sie ein in die Welt dieser Jungunternehmen und nutzen Sie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit den Gründern.