09.12.2020 - AstraZeneca PLC

Erstmals Resultate zur Wirksamkeit eines Corona-Impfstoffs in Fachblatt publiziert

Impfstoff von AstraZeneca und Uni Oxford sei sicher

(dpa) Zum ersten Mal sind Resultate zur Wirksamkeit eines Covid-19-Impfstoffs in einer begutachteten Fachzeitschrift veröffentlicht worden. Das Vakzin AZD1222 sei sicher und biete nach Gabe zweier Dosen einen Schutz von etwa 70 Prozent gegen die Erkrankung, schreibt das Team um Andrew Pollard von der Universität Oxford im Fachblatt «The Lancet». Die vorläufigen Resultate bestätigen weitgehend die Daten, die die Universität und der schwedische Pharmakonzern AstraZeneca schon im November vorgelegt hatten.

Bislang erwies sich die Impfung, die in Großbritannien, Brasilien und Südafrika getestet wird, als sicher: Nur drei der knapp 24.000 Teilnehmer entwickelten im Zeitraum von zunächst 3,4 Monaten schwere Nebenwirkungen, bei denen allerdings unklar ist, ob sie vom Impfstoff stammen. Einer der Teilnehmer zählt zur Kontrollgruppe, die die Covid-19-Impfung nicht erhalten hatte. Bei einem zweiten ist die Zugehörigkeit unklar. Alle drei seien genesen oder auf dem Weg der Besserung, hieß es.

Die Daten zur Wirksamkeit beruhen den Angaben zufolge nur auf Daten von 11.600 Probanden, die zur Sicherheit auf Daten von knapp 24.000. Die bisherige Schutzwirkung hängt der Auswertung zufolge stark von der Dosis ab: Von jenen 4.440 Teilnehmern, die zwei volle Dosen bekommen hatten, erkrankten 27 an Covid-19, was 0,5 Prozent entspricht. In der ähnlich großen Kontrollgruppe waren es 71 (1,6 Prozent). Daraus errechnet sich ein Schutzeffekt von 62 Prozent.

Bei den deutlich weniger Teilnehmern, die versehentlich zunächst eine halbe und erst beim zweiten Mal die volle Dosis bekamen, betrug der Schutz dagegen 90 Prozent: In der tatsächlich geimpften Gruppe erkrankten 3 von knapp 1.367 Menschen (0,2 Prozent), in der ähnlich großen Kontrollgruppe waren es 30 (2,2 Prozent).

Allerdings war in diesem Teil der Impfung kein Teilnehmer älter als 55 Jahre. Und auch bei jenen Probanden, die zwei volle Dosen erhielten, lassen sich kaum Aussagen zu älteren Menschen treffen, denn hier erkrankten nur insgesamt 5 Menschen über 55 Jahren. Die Analysen in dieser Altersgruppe liefen noch weiter, schreiben die Forscher.

Bei Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2, die nicht zu einer Erkrankung führten, sieht die Impfbilanz schwächer aus: Wöchentliche Tests der Teilnehmer ergaben, dass sich 29 von rund 3.300 geimpften Teilnehmern infizierten (0,9 Prozent), in der kaum größeren Kontrollgruppe waren es 40 (1,2 Prozent). Das entspricht einer Schutzwirkung von 27 Prozent. Bei jenen wenigen Probanden, die die beiden unterschiedlichen Impfdosen bekommen hatten, lag der Schutz vor einer symptomfreien Infektion bei 59 Prozent.

Zur Dauer des Schutzeffekts können die Forscher bislang noch keine Angaben machen. Der Impfstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Schimpansen-Erkältungsvirus und enthält Genmaterial eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig. Insgesamt haben weltweit Länder bereits Milliarden Dosen bei Astrazeneca geordert.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • AstraZeneca
  • Covid-19
Mehr über AstraZeneca
  • News

    AstraZeneca verlegt Firmenzentrale von Wedel nach Hamburg

    (dpa/lno) Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca will den Sitz seiner Deutschlandzentrale von Wedel (Kreis Pinneberg) ins unmittelbar benachbarte Hamburg verlegen. «Die Planung dafür läuft bereits seit über zwei Jahren. Der genaue Zeitpunkt des Umzuges steht noch nicht fest», sa ... mehr

    Impfstoff-Typ könnte Ursache für Nebenwirkungen sein

    (dpa) Die seltenen schweren Nebenwirkungen nach der Impfung mit den Präparaten von AstraZeneca und Johnson & Johnson hängen deutschen Experten zufolge möglicherweise mit dem speziellen Typ dieser Impfstoffe zusammen. «Die Tatsache, dass beide Impfstoffe auf dem gleichen Prinzip beruhen und ... mehr

    Rückschlag für AstraZeneca: US-Produktionsstätte geht an Konkurrenz

    (dpa) AstraZeneca hat in den USA eine Produktionsstätte für seinen Corona-Impfstoff an den Konkurrenten Johnson & Johnson verloren. Der US-Pharmakonzern teilte mit, Johnson & Johnson werde nun die «volle Verantwortung» für die Produktionsstätte des Auftragsherstellers Emergent Biosolutions ... mehr

  • Firmen

    AstraZeneca PLC

    mehr

    AstraZeneca GmbH

    AstraZeneca mit Hauptsitz in London ist am 6. April 1999 aus der Fusion der schwedischen Astra AB und der britischen Zeneca Group PLC hervorgegangen. Unsere Produkte sind in über 100 Ländern erhältlich. Mehr als 66.000 Mitarbeiter weltweit unterstützen AstraZeneca darin, innovative und effe ... mehr

    AstraZeneca AG

    Die AstraZeneca Group PLC mit Sitz in London, ist im April 1999 aus dem Zusammenschluss von Astra AB und Zeneca Group PLC hervorgegangen und zählt weltweit zu den führenden pharmazeutischen Unternehmen. Die Schweizer Niederlassung ist in Zug domiziliert und beschäftigt rund 170 hochqualifiz ... mehr

Mehr über University of Oxford