20.12.2019 - KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH

Netzwerken für Fortschritte in der Bio-Prozessanalytik

Bio-PAT-Kooperationsnetzwerk veranstaltete den Workshop „Aktuelle Entwicklungen in PAT und Softsensor-Technologien“

Was haben Bier, viele Impfstoffe oder geklärtes Abwasser gemeinsam? An der Produktion all dieser sind biotechnologische Prozesse beteiligt, die überwacht und gesteuert werden müssen, damit sie optimal arbeiten können. Hierzu ist es notwendig, die Prozesse sehr genau und am besten lückenlos und in Echtzeit zu analysieren. Die dafür notwendigen prozessanalytischen Technologien (PAT) sollen im Netzwerk Bio-PAT speziell für Bioprozesse weiterentwickelt werden. 
 
Beinahe 50 Anwender und Interessierte folgten der Einladung des in Berlin ansässigen Bio-PAT-Kooperationsnetzwerks zu einem Workshop-Treffen am 4.12.2019 in die Räumlichkeiten der KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH.  

Die Veranstaltung mit dem Titel „Aktuelle Entwicklungen in PAT und Softsensor-Technologien“ startete mit einer Einführung in das Netzwerk Bio-PAT sowie das Unternehmen KNAUER Wissenschaftliche Geräte GmbH, gefolgt von einer Hausführung des Gastgebers, bei der sich die Workshop-Teilnehmer einen Eindruck von der hochpräzisen Teilefertigung, der modernen Geräte-Montage und des Labors von Gastgeber KNAUER machen konnten und bereits ins Gespräch kamen. Das in Berlin ansässige mittelständische Familienunternehmen, dessen Kernkompetenz die Flüssigchromatografie ist, stellt seine Labormessinstrumente fast komplett in Berlin her. Es entwickelt seit 57 Jahren High-Tech-Labormessgeräte, die in über 70 Länder vertrieben werden. KNAUER ist auch Mitglied des Netzwerks Bio-PAT. „Wir sehen darin eine Chance, uns mit den vielen Anwendern auszutauschen und unsere Expertise einzubringen“, hielt Alexandra Knauer, Geschäftsführerin von Knauer, fest. Das Familienunternehmen wird von Alexandra Knauer in zweiter Generation geführt. 

Im folgenden Teil hielten Mitglieder des Netzwerks Fachvorträge über die Messtechnikbereiche Chromatografie-Systeme, Sensoren für die Gasanalytik, ionenselektive Elektroden, direkt im Prozess anwendbare (in-situ) optische Systeme wie Bildanalyse von mikroskopischen Daten und Photonendichtewellenspektroskopie und ihre Bedeutung für die Prozessanalytik. Zudem wurde die Vortragsreihe durch Beiträge zur Chemometrie, Interpretation und Verwertung von komplexen Analysedaten sowohl eingeleitet als auch abgeschlossen. Ein Thema, das sich durch mehrere Beiträge zog, war die sogenannte Softsensor-Technologie. Hierbei handelt es sich um eine Art virtuellen Sensor für eine Messgröße, die real nicht oder nur sehr schwer zugänglich ist. Bioprozesse verhalten sich oft komplex und können von intelligent kombinierten Sensoren daher profitieren. 

„Unser Verein möchte Anwender, Forscher und Technologieanbieter auf dem Gebiet der Bioprozessanalytik ins Gespräch bringen. Das ist heute wunderbar gelungen! Ich glaube, dass dieser Tag hier sehr hilfreich ist für die Anbahnung neuer Zusammenarbeit. Ich bin sehr zufrieden“, so die Netzwerkmanagerin und Geschäftsführerin des Bio-PAT e.V. Dr.-Ing. Anika Bockisch nach der Veranstaltung. 

Das Kooperationsnetzwerk Bio-PAT verfolgt das Ziel, Kooperationen zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), Forschungseinrichtungen, Hochschulen und der Industrie aufzubauen, um die Marktposition und Innovationskraft der KMU zu stärken und die Sichtbarkeit der Mitglieder zu erhöhen. Durch gezielte Bündelung von Kompetenzen aus den Bereichen Sensortechnologie & Bioprozessmonitoring, Reaktordesign, Mikroelektronik sowie IT- und Softwareentwicklung sollen neue prozessanalytische Technologien für Bioprozesse zur Erschließung neuer Märkte entwickelt und deren Markteinführung beschleunigt werden. 

Das zu 75 % mit Mitteln des Bundes und des Landes Berlin geförderte Bio-PAT-Netzwerk für KMU und Forschungseinrichtungen aus der Region Berlin-Brandenburg wurde vom Fachgebiet Bioverfahrenstechnik (FG BVT) der TU Berlin gegründet und umfasst derzeit 20 Mitglieder. Neben akademischen Mitgliedern wie der Universität Potsdam (Institut für Chemie, physikalische Chemie), der Beuth Hochschule für Technik (Fachgebiet Bioprozesstechnik), der Technischen Universität Berlin (FG BVT), dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. oder der Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei in Berlin (VLB) e.V. (Institut für Biotechnologie und Wasser) sind verschiedene KMU Gründungsmitglieder. 

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