27.03.2019 - Refined Laser Systems UG i.G.

Start-up der Uni Münster gewinnt „Gründergeistwettbewerb“

Mit knapp 70.000 jährlichen Neuerkrankungen ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Früher bedeutete diese meist die Entfernung der Brust, eine Mastektomie. Verbesserte Behandlungsmethoden ermöglichen es, dass dies immer seltener geschehen muss. Damit bei brusterhaltenden Operationen nicht erkranktes Gewebe übersehen wird und nachoperiert werden muss, entwickelt das münstersche Start-up „Refined Laser Systems“ glasfaserbasierte Lasersysteme. Für diese Erfindung, die den klinischen Alltag erleichtern soll hat das sich in der Startphase befindende Unternehmen den Gründergeistwettbewerb des Fördervereins Münsterland e.V. gewonnen. Mit 10.000 Euro wurde es für den besten Businessplan der Region ausgezeichnet.

Das Gründerteam aus der Universität Münster um Dr. Max Brinkmann, Dr. Tim Hellwig, Christoph Seidenstücker (Institut für Angewandte Physik) und Dr. Eva Döpker (Biomedizinisches Technologiezentrum der Medizinischen Fakultät) entwickelt robuste Lasersysteme für die chemisch-selektive Mikroskopie, die zum Beispiel während Tumoroperationen zum Einsatz kommen sollen. Bei der Präsentation ihres Produktes verdeutlichte das Team, dass bei jeder fünften brusterhaltenden Krebsoperation nachoperiert werden muss, da nicht das gesamte erkrankte Gewebe entfernt wird. Die Lasersysteme sollen die Analyse des Gewebes bereits während der Operation erleichtern. 

Möglich wird diese angestrebte Anwendung durch den rein glasfaserbasierten und damit vor Umwelteinflüssen geschützten Aufbau des Lasersystems. Hierdurch können in Zukunft Gewebeanalysen auch außerhalb spezialisierter Laserlabore durchgeführt werden. Etablierte Laserlichtquellen für Mikroskopieanwendungen nutzen sensible optische Konstruktionen, um das gewünschte Laserlicht bereitzustellen. Mit dem Konzept von „Refined Laser Systems“ wird dies auf Basis von Glasfasertechnologie wartungsarm und robust möglich sein. Der Businessplan des jungen Wissenschaftlerteams zeige, wie groß sowohl Markt als auch Kundennutzen seien, so die Wettbewerbsjury. 

Zunächst sollen das System in der Forschung Verwendung finden. Dort wird das Konzept auf Herz und Nieren getestet, bevor es in der angewandten Medizin zum Einsatz kommt. Die chemisch-selektive Mikroskopie findet in der Forschung beispielsweise bereits heute Anwendung in der Dermatologie zur Untersuchung von Pharmakokinetik. „Eine Anwendung im klinischen Alltag wird, realistisch betrachtet, frühestens in fünf bis acht Jahren möglich sein“, so Christoph Seidenstücker. 

Rund 60 Start-ups hatten sich beim Gründergeistwettbewerb beworben; fünf Finalisten durften ihre Pläne vor Publikum und einer zehnköpfigen Jury vorstellen.

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