Neue Diagnostik soll Infektionen durch Schweinefleisch reduzieren

08.04.2005

Die Firma IVD GmbH will gemeinsam mit einem Forscherteam von der Universität Braunschweig und der Tierärztlichen Hochschule Hannover neue Methoden zum Nachweis von Campylobacter- und Salmonellenbakterien entwickeln. Mit Hilfe dieser Verfahren soll es künftig möglich sein, infizierte Schweine zu erkennen und so die Übertragung solcher Bakterien durch den Verzehr von Schweinefleischprodukten auf den Menschen zu verringern. Das BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" hat dieses Projekt zur Förderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) empfohlen. Die Fördersumme beträgt rund 340.000 Euro.

Infektiöse Erreger in der Nutztierhaltung stellen eine potenzielle Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher dar. Lebensmittelinfektionen, bedingt durch Salmonellen und Campylobacter, treten mit Abstand am häufigsten auf. Während die Mikroorganismen den Stalltieren vielfach nichts anhaben, können sie beim Menschen schwere Durchfallerkrankungen verursachen. Ein Teil der bei Schweinen vorkommenden Bakterien-Stämme ist inzwischen resistent gegen mehrere Antibiotika. Die bisher üblichen Methoden für den Erregernachweis seien laut Projektleiterin Dr. Katrin Strutzberg-Minder arbeitsintensiv, zeitaufwendig und damit zu teuer. Die Gesellschaft für innovative Veterinärdiagnostik (IVD) GmbH will nun die Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren zum direkten Erregernachweis und indirekten Nachweis über Antikörper vorantreiben und diese anschließend als marktfähige Produkte in Form von Testkits einführen.

Beim direkten Erregernachweis werden Peptide, die den Erreger spezifisch binden, an immuno-magnetische Partikel gekoppelt und die Erreger damit aus den Kot- und Gülleproben angereichert. Beim indirekten Nachweis sollen die erregerspezifischen Antikörper aus Serum und Fleischsaft in einem kompetitiven Testsystem gegen rekombinant hergestellte Antikörper in einen "Wettbewerb" treten und dadurch nachgewiesen werden. Mit diesem automatisierbaren Analyseverfahren lassen sich die Erreger dann noch empfindlicher nachweisen.

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