Der Tagesspiegel: Experten: Biotech-Firmen sparen sich kaputt

07.10.2003

Berlin (ots) - Biotechnologie-Experten haben Unternehmen davor gewarnt, ihre Forschungsausgaben angesichts der großen Finanzierungsprobleme drastisch zu kürzen. "Wenn die Firmen anfangen, sich in den eigenen Muskel zu schneiden, sparen sie sich kaputt", sagte Jochen Duelli, Biotech-Experte der Unternehmensberatung Bain&Company, dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe). Auch Julia Schüler, Biotechnologie-Expertin der Unternehmensberatung Ernst & Young, hält den Sparkurs für eine fatale Entscheidung. "Da beißt sich die Katze in den Schwanz", sagt Schüler einen Tag vor Beginn der weltweit wichtigsten Branchenmesse Biotechnica in Hannover. "Die Unternehmen schwächen ihre Innovationsfähigkeit, weil es länger dauert, Produkte zu entwickeln."

Angesichts versiegender Kapitalquellen haben deutsche Biotech-Firmen ihre Forschungs- und Entwicklungskosten im vergangenen Jahr um elf Prozent auf rund eine Milliarde Euro zusammengestrichen.

Die Unternehmensberatung Ernst & Young - Herausgeberin des jährlich erscheinenden Biotechnologie-Reports - sieht viele Firmen von der Pleite bedroht. In diesem Jahr mussten nach Angaben von Ernst & Young-Expertin Schüler bereits 18 deutsche Biotech-Firmen aufgeben, mindestens 50 weitere Unternehmen bräuchten dringend neues Geld. Sollten sie es bis spätestens Anfang des kommenden Jahres nicht gefunden haben, könnte die Zahl der Firmenpleiten nach Einschätzung Schülers noch deutlich steigen.

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