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Asthma-Medikamente halbieren Parkinson-Risiko

Neue Behandlung von Parkinson-Patienten möglich?

08.09.2017

coltsfan, pixabay.com, CC0

Asthma-Medikamente haben positive Nebenwirkungen, wie eine Studie der Universität Bergen zeigt (Symbolbild).

Die Parkinson-Krankheit ist eine chronische Erkrankung mit unbekannten Ursachen. Die Krankheit zerstört die Gehirnzellen, die die Körperbewegungen kontrollieren. Zittern, steife Arme und Beine und schlechte Koordination sind typische Symptome von Parkinson. Die Symptome entwickeln sich langsam, und es braucht manchmal Zeit, um eine richtige Diagnose zu stellen.

Forscher des Department of Global Public Health and Primary Care (IGS) der Universität Bergen (UiB) haben in Zusammenarbeit mit Forschern der Harvard University eine umfangreiche Studie mit Daten aus der norwegischen Rezeptdatenbank abgeschlossen.

"Unsere Analyse der Daten der gesamten norwegischen Bevölkerung war ausschlaggebend für das Fazit dieser Studie", sagt Professor Trond Riise vom IGS. Er leitet die Registerstudie in Norwegen.

100 Millionen Rezepte analysiert

Zusammen mit seinen Kollegen Anders Engeland und Kjetil Bjørnevik hat Riise seit 2004 mehr als 100 Millionen norwegische Rezepte analysiert.

In der Studie wurde die Behandlung von Parkinson mit Verschreibungen von Asthmamedikamenten und Bluthochdruckmedikamenten in Verbindung gebracht. Sie ermöglichte es den Forschern, den Zusammenhang zwischen Medikamenteneinsatz und Krankheit zu erkennen.

Die UiB-Forscher konnten diese Vergleiche anhand der Rezeptdatenbank vornehmen. Die norwegische Analyse wurde durchgeführt, nachdem Forscher an der Harvard University diese Wirkungen der Medikamente in Tierversuchen und in Experimenten mit Gehirnzellen im Labor gefunden hatten. Ihre Ergebnisse zeigten, dass diese verschiedenen Medikamente gegensätzliche Wirkungen auf das Risiko von Parkinson haben.

Völlig neue Behandlung möglich

Um herauszufinden, ob diese Medikamente die gleiche Wirkung auf den Menschen hatten, begannen die Forscher an der Harvard University mit dem norwegischen Forschungsteam zusammenzuarbeiten, und ihre einzigartige Ressource, Zugang zu der einzigartigen und großen norwegischen Datenbank zu haben, in der alle norwegischen Rezepte registriert sind.

"Wir analysierten die Rezeptdaten der gesamten norwegischen Bevölkerung und fanden die gleichen Ergebnisse wie in den Tierversuchen an der Harvard University. Diese Medikamente wurden noch nie im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit untersucht", sagt Riise.

Trond Riise unterstreicht die Tatsache, dass "unsere Entdeckungen der Beginn einer völlig neuen möglichen Behandlung für diese ernste Krankheit sein könnten. Wir erwarten, dass diese Entdeckungen in klinische Studien münden werden."

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