12.08.2010 - London School of Hygiene & Tropical Medicine

Forscher: Herzinfarktrisiko bei Kälte größer

(dpa) Die Gefahr für einen Herzinfarkt ist nach Erkenntnissen britischer Forscher bei kaltem Wetter deutlich erhöht. Das Forscherteam der London School of Hygiene und Tropical Medicine (LSHTM) unter Leitung von Krishnan Bhaskaran analysierte die Daten von mehr als 84.000 Herzinfarktpatienten aus den Jahren 2003 bis 2006.

Es verglich die Herzinfarktdaten mit den jeweiligen Temperaturen in England und Wales. Weitere Faktoren wie Grippe-Wellen, Luftverschmutzung und längerfristige Trends wurden in der Untersuchung ebenfalls berücksichtigt.

Ergebnis: Eine um ein Grad Celsius niedrigere Lufttemperatur an einem Tag, erhöht das Risiko, binnen 28 Tagen eine Herzattacke zu erleiden, um zwei Prozent. «Ältere Leute und Menschen, die schon eine Vorerkrankung am Herzen hatten, sind der Studie zufolge anfälliger für niedrige Temperaturen», sagte Bhaskaran. Menschen, die seit langer Zeit Acetylsalicylsäure («Aspirin, ASS») genommen hatten, waren dagegen weniger gefährdet.

Es bedürfe aber noch weiterer Studien, um herauszufinden, wie man dem Problem entgegenwirken könnte - etwa durch warme Kleidung oder effizientes Heizen.

Originalveröffentlichung: Krishnan Bhaskaran et al.; "Short term effects of temperature on risk of myocardial infarction in England and Wales: time series regression analysis of the Myocardial Ischaemia National Audit Project (MINAP) registry"; BMJ 2010;341:c3823

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