06.04.2021 - AstraZeneca PLC

Rückschlag für AstraZeneca: US-Produktionsstätte geht an Konkurrenz

(dpa) AstraZeneca hat in den USA eine Produktionsstätte für seinen Corona-Impfstoff an den Konkurrenten Johnson & Johnson verloren. Der US-Pharmakonzern teilte mit, Johnson & Johnson werde nun die «volle Verantwortung» für die Produktionsstätte des Auftragsherstellers Emergent Biosolutions im Bundesstaat Maryland übernehmen. Dort wurde bislang auch der Corona-Impfstoff von AstraZeneca hergestellt, der in den USA noch nicht zugelassen ist. Die Firma erklärte, man werde mit der US-Regierung kooperieren, um eine alternative Produktionsstätte für den US-Markt zu finden.

Die Zeitungen «New York Times» und «Washington Post» berichteten am Wochenende, dass die Regierung Johnson & Johnson in einem ungewöhnlichen Schritt in die Verantwortung gedrängt hatte, nachdem wegen eines Produktionsfehlers an dem Standort jüngst Millionen Impfdosen des Herstellers entsorgt werden mussten. Auslöser war den Berichten zufolge, dass Inhaltsstoffe der beiden Impfstoffe vermischt worden waren. Johnson & Johnson hatte am Mittwoch nur mitgeteilt, dass ein Inhaltsstoff die Qualitätskontrolle nicht bestanden habe.

Das Unternehmen betonte nun, es werde weiter am Ziel festgehalten, der US-Regierung bis Ende Mai 100 Millionen Dosen des Impfstoffs zu liefern. Der Impfstoff von Johnson & Johnson, der schon nach einer Spritze seine volle Wirksamkeit entfaltet, spielt eine wichtige Rolle für US-Präsident Joe Bidens Versprechen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle erwachsenen Amerikaner zu haben. Das Präparat von AstraZeneca hingegen ist noch nicht zugelassen und dürfte daher für die rasch fortschreitende Impfkampagne zunächst keine Rolle spielen. Die USA haben rund vier Millionen bereits produzierte Dosen von Astrazeneca an die Nachbarländer Mexiko und Kanada weitergegeben.

Die Produktionsstätte von Emergent Biosolutions in Baltimore ist noch nicht von der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) für den Corona-Impfstoff zugelassen worden. Johnson & Johnson erklärte, man werde sich nun weiter bei der FDA um die Zulassung bemühen. Es blieb zunächst unklar, über welche Produktionskapazität der Standort verfügt. Anfragen zu dem Vorgang bei Emergent Biosolutions und dem US-Gesundheitsministerium blieben am Sonntag zunächst unbeantwortet.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Donnerstag erklärt, die Produktionsprobleme in dem Werk düften nach bisherigem Kenntnisstand keine Auswirkung auf AstraZeneca-Lieferungen nach Europa haben. Nach einer Auflistung des Gesundheitsministeriums vom 22. März erwartet Deutschland im nun laufenden zweiten Quartal rund 10 Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über AstraZeneca
  • News

    AstraZeneca verlegt Firmenzentrale von Wedel nach Hamburg

    (dpa/lno) Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca will den Sitz seiner Deutschlandzentrale von Wedel (Kreis Pinneberg) ins unmittelbar benachbarte Hamburg verlegen. «Die Planung dafür läuft bereits seit über zwei Jahren. Der genaue Zeitpunkt des Umzuges steht noch nicht fest», sa ... mehr

    Impfstoff-Typ könnte Ursache für Nebenwirkungen sein

    (dpa) Die seltenen schweren Nebenwirkungen nach der Impfung mit den Präparaten von AstraZeneca und Johnson & Johnson hängen deutschen Experten zufolge möglicherweise mit dem speziellen Typ dieser Impfstoffe zusammen. «Die Tatsache, dass beide Impfstoffe auf dem gleichen Prinzip beruhen und ... mehr

    Freispruch aus Amsterdam - Impfstopp für AstraZeneca aufgehoben

    (dpa) Entwarnung für den Impfstoff von AstraZeneca: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA sieht die Vorteile des Vakzins als deutlich größer an als die Risiken. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Impfungen mit dem Präparat in Deutschland am Montag vorerst gestoppt. Auch ... mehr

  • Firmen

    AstraZeneca PLC

    mehr

    AstraZeneca GmbH

    AstraZeneca mit Hauptsitz in London ist am 6. April 1999 aus der Fusion der schwedischen Astra AB und der britischen Zeneca Group PLC hervorgegangen. Unsere Produkte sind in über 100 Ländern erhältlich. Mehr als 66.000 Mitarbeiter weltweit unterstützen AstraZeneca darin, innovative und effe ... mehr

    AstraZeneca AG

    Die AstraZeneca Group PLC mit Sitz in London, ist im April 1999 aus dem Zusammenschluss von Astra AB und Zeneca Group PLC hervorgegangen und zählt weltweit zu den führenden pharmazeutischen Unternehmen. Die Schweizer Niederlassung ist in Zug domiziliert und beschäftigt rund 170 hochqualifiz ... mehr

Mehr über Johnson & Johnson
  • News

    Pharmariese Johnson & Johnson kündigt Chefwechsel an

    (dpa) Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson bereitet einen Wechsel an seiner Vorstandsspitze vor. Der langjährige Vorsitzende Alex Gorsky werde den Posten am 3. Januar 2022 räumen und geschäftsführender Verwaltungsratschef des Unternehmens werden, kündigte Johnson & Johnson am Donnerstag n ... mehr

    Impfstoff von Johnson & Johnson soll rasch zum Einsatz kommen

    (dpa) Nachdem die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nach einer erneuten Überprüfung grünes Licht für den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson gegeben hat, soll er rasch auch in Deutschland zum Einsatz kommen. «Nach der Entscheidung der EMA werden wir den JJ-Impfstoff jetzt zeitn ... mehr

    Impfstoff-Typ könnte Ursache für Nebenwirkungen sein

    (dpa) Die seltenen schweren Nebenwirkungen nach der Impfung mit den Präparaten von AstraZeneca und Johnson & Johnson hängen deutschen Experten zufolge möglicherweise mit dem speziellen Typ dieser Impfstoffe zusammen. «Die Tatsache, dass beide Impfstoffe auf dem gleichen Prinzip beruhen und ... mehr