21.08.2020 - CureVac AG

EU sichert sich potenziellen Corona-Impfstoff von Curevac

Vorvertrag über 225 Millionen Dosen sowie eine Option auf 180 Millionen weitere

(dpa) Die EU sichert sich den Zugriff auf bis zu 405 Millionen Dosen des potenziellen Corona-Impfstoffs des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac. Man habe Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen abgeschlossen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Laut Curevac geht es um einen Vorvertrag über 225 Millionen Dosen sowie eine Option auf 180 Millionen weitere. Diese würden bereitgestellt, sobald sich der Impfstoff, an dem das Unternehmen derzeit arbeitet, als wirksam und sicher erwiesen habe.

«Jede Gesprächsrunde, die wir mit der pharmazeutischen Industrie abschließen, bringt uns unserem Ziel, das Virus zu besiegen, näher», sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

Ähnliche Vorgespräche über Hunderte Millionen Dosen hatte die EU-Kommission zuvor bereits mit Janssen Pharmaceutica NV sowie mit Sanofi-GSK abgeschlossen. Einen Schritt weiter sind die Verhandlungen mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca. Ein Rahmenvertrag für den Kauf von 300 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 100 Millionen liegt bereits vor. Die Impfstoff-Dosen sind für die EU-Staaten gedacht, können aber auch an andere, weniger wohlhabende Länder sowie andere europäische Länder gespendet werden.

Dabei bestätigte die EU-Kommission auf Anfrage, dass Deutschland und andere EU-Staaten nicht mehr parallel über einen eigenen Verträge mit AstraZeneca verhandeln. Ursprünglich hatte eine sogenannte Impfstoffallianz aus Deutschland, Frankreich, Italien und den Niederlanden mit AstraZeneca einen Vertrag über mindestens 300 Millionen Impfdosen geschlossen. Diese Verhandlungen seien auf Anfrage der vier Staaten jedoch von der EU-Kommission übernommen worden, hieß es nun aus der Brüsseler Behörde.

Die Impfoffstrategie der EU sieht Vorverträge und Abnahmegarantien vor, um sich Zugriff auf ausreichende Mengen von Impfstoffen zu sichern, die noch in der Entwicklung sind. So sollen Herstellungskapazitäten aufgebaut werden - obwohl die Hersteller noch nicht sicher sind, dass ihre Mittel wirklich funktionieren werden.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Impfstoffentwicklung
Mehr über CureVac
  • News

    CureVac startet mit COVID-19-Impfstoffkandidat klinische Phase-2a-Studie

    CureVac N.V. gab bekannt, dass der erste Teilnehmer an einer klinischen Phase-2a-Studie mit dem COVID-19-Impfstoffkandidaten CVnCoV geimpft worden ist. Die Dosisbestätigungsstudie mit dem Titel CV-NCOV-002 wird in Peru und Panama durchgeführt und wird insgesamt 690 gesunde Teilnehmer in zwe ... mehr

    CureVac erhält vom BMBF voraussichtlich bis zu 252 Millionen Euro

    CureVac N.V. hat vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Bescheid erhalten, dass die weitere Entwicklung seines COVID-19-Impfstoffkandidaten voraussichtlich mit bis zu 252 Millionen Euro gefördert wird. Im Juli 2020 hatte CureVac diesen Zuschuss beantragt, der aus einem S ... mehr

    Curevac will Corona-Impfstoff nicht zum Selbstkostenpreis anbieten

    (dpa-AFX) Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac will mit einem möglichen Covid-19-Impfstoff auch Gewinne für die Eigentümer erzielen. "Wir können das nicht zum Selbstkostenpreis machen. Wir haben Investoren, die seit zehn Jahren Geld in das Unternehmen stecken, also sollte es eine kleine ... mehr

  • Firmen

    CureVac AG

    Die im Jahr 2000 in Tübingen gegründete CureVac AG erforscht, entwickelt und produziert medizinische Wirkstoffe auf Basis des Botenmoleküls Messenger-RNA (mRNA). Das in diesem Bereich führende Unternehmen verfügt über mehr als 18 Jahre Erfahrung im Umgang mit dem vielseitigen Molekül und se ... mehr

Mehr über Europäische Kommission