20.04.2017 - Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Was macht Bauchspeicheldrüsenkrebs so aggressiv?

Forscher entdecken Schlüsselfaktor für Aggressivität des Bauchspeicheldrüsenkrebses

Bauchspeicheldrüsenkrebs zählt zu den aggressivsten Tumortypen überhaupt, da er früh anfängt, Metastasen zu bilden. Gleichzeitig wird der Krebs meist erst spät entdeckt. Dies führt zu einer hohen Sterberate der Patienten. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben nun entdeckt, weshalb sich Bauchspeicheldrüsenkrebs und andere bösartige Tumortypen so aggressiv ausbreiten können.

Die FAU-Forscher um Prof. Dr. Thomas Brabletz und Dr. Marc Stemmler vom Lehrstuhl für Experimentelle Medizin I haben in Kooperation mit der Medizinischen Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie, sowie der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangens und des Lehrstuhl für Genetik der Naturwissenschaftlichen Fakultät nachgewiesen, dass dieser aggressive Tumortyp den Schlüsselfaktor eines embryonalen Programmes aktiviert. Dieser Faktor - genannt Zeb1 – steuert die Wanderung und das Überleben von Zellen in der frühen Embryonalentwicklung. In normalen, voll entwickelten Zellen ist Zeb1 stillgelegt. Wird der Faktor in Krebszellen reaktiviert, so hat das fatale Folgen: Die Tumorzellen breiten sich im Körper aus und passen sich schnell veränderten Bedingungen in einer neuen Umgebung an. Dadurch können sie zu Metastasen auswachsen und Tochtergeschwülste bilden – der Krebs schreitet aggressiv voran.

Wird Zeb1 nicht aktiviert, gelingt es Krebszellen nicht mehr, sich leicht an eine neue Umgebung anzupassen. Somit entsteht eine Variante des Bauchspeicheldrüsenkrebses, die deutlich weniger Metastasen bildet. Dieser Mechanismus ist auch bei anderen Tumoren, wie beispielsweise aggressiven Formen des Brustkrebses, zu beobachten. Die Forscher hoffen nun, in Zukunft mithilfe dieser Erkenntnisse neue Therapiestrategien zur Bekämpfung von Metastasen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und anderen aggressiven Tumortypen entwickeln zu können.

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