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Clusterpreis Chemie/Kunststoffe für antimikrobiell wirkende Elastomere

01.07.2016

Guido Werner/GWP

IQ Innovationspreis Mitteldeutschland 2016, Clustersieger Chemie/Kunststoffe: Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH mit den Preisstiftern Trinseo Deutschland GmbH und Zukunftsstiftung Südraum Leipzig v.l.: Dr. Sandra Hofmann (Trinseo Deutschland GmbH), Matthias Klug, Matthias Orth, Thomas Brandt, Matthias Stender (alle Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH), Prof. Dr. Markus Krabbes (Zukunftsstiftung Südraum Leipzig).

Der Clusterpreis Chemie/Kunststoffe des IQ Innovationspreis Mitteldeutschland 2016 geht an die Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH aus Waltershausen für die von ihr entwickelten, antimikrobiell wirkenden Elastomeren. Den 2. Platz belegte die Green Sugar GmbH aus Meißen mit einem Verfahren zur Gewinnung von Kohlenhydraten aus Biomasse.

„Angesichts der zunehmenden Zahl von Infektionen durch multiresistente Keime kommt der Unterbrechung der Übertragungswege eine wichtige Rolle zu. Mit der Innovation wurde jetzt erstmals eine kostengünstige Lösung für den Einsatz von antimikrobiell wirkenden Gummioberflächen in Krankenhäusern, Verkehrsmitteln und öffentlichen Einrichtungen entwickelt“, begründet Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH die Juryentscheidung. Die Gesellschaft ist Veranstalter des IQ-Wettbewerbs.

Jährlich treten in Europa rund 1.8 Millionen Fälle von Krankenhausinfektionen durch multiresistente Keime auf. Um die Übertragung von Mikroorganismen zu verhindern, werden zunehmend keimtötende Oberflächen durch Beimischungen von Silber oder spezielle Beschichtungen eingesetzt. Diese Verfahren sind jedoch sehr teuer und die Wirkung nicht von langer Dauer. Einen anderen Weg geht die Dätwyler Sealing Technologies Deutschland GmbH aus Waltershausen mit ihren antimikrobiell wirkenden Elastomeren. Die Innovation überträgt ein für Kunststoffe bekanntes Wirkprinzip erstmals auf elastische Gummis. Dabei wird der Gummimischung vor der Weiterverarbeitung eine geringe Menge spezifischer Metallionen beigemischt. Diese reagieren an der Oberfläche des Gummis mit Wasser aus der Luftfeuchtigkeit und bilden eine Übergangsmetallsäure. Deren Oxonium-Ionen sorgen für einen sauren pH-Wert der Oberfläche, wodurch eine antimikrobielle Barriere gegen Mikroorganismen entsteht. So können z.B. Griffe, Handläufe und Haltestangen in Krankenhäusern, Toiletten, Küchen und öffentlichen Verkehrsmitteln die Übertragung von Keimen unterbrechen. Die beigemischten Metallionen werden bei der Reaktion nicht verbraucht, was eine sehr lange Wirkdauer garantiert. Gleichzeitig wird die Wirkung nicht durch Schweiß und andere Umwelteinflüsse beeinträchtigt. Darüber hinaus ist die Innovation gegenüber bisherigen Verfahren wesentlich günstiger. Bis Ende 2016 soll die Technologie in den industriellen Maßstab überführt werden.

Gestiftet wurde der mit 7.500 EUR dotierte Clusterpreis gemeinschaftlich von der Trinseo Deutschland GmbH und der Zukunftsstiftung Südraum Leipzig. Neben der Auszeichnung wurden im Rahmen der Preisverleihung vier weitere Clustersieger, der Sieger des Gesamtpreiseses sowie die Gewinner der lokalen IQ-Wettbewerbe Halle (Saale), Leipzig und Magdeburg bekannt gegeben. Zusätzlich zu den Preisgeldern in Höhe von rund 70.000 EUR erhalten alle Gewinner zudem eine einjährige Mitgliedschaft in der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Elastomere
  • multiresistente Keime
  • Krankenhauskeime
  • Gummi
  • Metallionen
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