15.07.2015 - Science4Life e.V.

Rekord beim Science4Life Venture Cup 2015

Beteiligung am Businessplan-Wettbewerb so hoch wie nie

Bei der Gründerinitiative Science4Life e.V. stehen die Zeichen auf Erfolg: Die Schirmherren, der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Prof. Dr. Jochen Maas, Forschungsgeschäftsführer Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, freuen sich über einen Allzeitrekord bei der Anzahl der eingereichten Geschäftsideen und würdigten die zehn besten Gründerteams für ihre innovativen Ideen und ihren unternehmerischen Mut. Auf der Abschlussprämierung in der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank erhielten die Gewinnerteams neben reichlich Lob auch Preisgelder von insgesamt 56.000 Euro. Der erste Preis ging an TolerogenixX für die Entwicklung einer maßgeschneiderten Therapie ohne Nebenwirkungen bei Transplantationen und für Patienten mit Autoimmunerkrankungen.

Die Gründer kommen aus ganz Deutschland, aus Österreich, der Schweiz und den USA. Sie reichten insgesamt 129 Geschäftsideen, darunter 62 detailliert ausgearbeitete Businesspläne, zur Bewertung beim Businessplan-Wettbewerb für Life Sciences und Chemie ein. Das waren so viele wie noch nie in der 17-jährigen Geschichte des Wettbewerbs. Die Gutachter beurteilten Geschäftsmodell, Marktstrategie, Wettbewerbsfähigkeit, Finanzplanung und Erfolgsprognose und bescheinigten den Geschäftskonzepten wissenschaftliche Exzellenz sowie hohe Aussicht auf wirtschaftliche Umsetzbarkeit. Fast die Hälfte aller Businessplan-Einreicher hat den Schritt in die Selbstständigkeit konkret vor Augen oder sogar schon umgesetzt.

Neben dem wirtschaftlichen Potenzial ist auch die Innovationsstärke immer wieder beeindruckend

Eine zeit- und kostensparende Innovation für die biotechnologische Forschung, Entwicklung und Produktion ist beispielsweise das neue Laborgerät der aquila biolabs GmbH aus Aachen zur automatisierten Bioprozessüberwachung in Schüttelkolben. Das Team von dextrinova aus Jena hat einen biologisch unbedenklichen, schadstofffreien Schmelzklebstoff entwickelt, der die Anforderungen der Klebstoffindustrie erfüllt, aber auch u.a. in Kosmetik und Medizin zum Einsatz kommen kann. Die Behandlung von Autoimmunerkrankungen, die das Nervensystem beeinträchtigen, wird mit der Plattformtechnologie "Antibody-Catch®" der Polyneuron Pharmaceuticals AG aus Basel effektiver und nebenwirkungsarmer. Mittels des neuen Herstellungsprozesses Clean Peptide Technology von Sulfotools aus Darmstadt können bei der Peptidsynthese giftige Lösungsmittel zukünftig umweltfreundlich durch Wasser ersetzt und der Chemikalienverbrauch deutlich reduziert werden. Dadurch wird das Verfahren kostengünstiger.

Das Gewinnerteam TolerogenixX hat seine weiteren Ziele schon klar definiert

"Unsere Therapie wird die Lebensqualität von organtransplantierten Patienten deutlich verbessern. Wir haben sehr gute präklinische Daten vorliegen und einen erfolgreichen Heilversuch durchgeführt. Unser Ziel ist es, zügig mit Phase II zu starten, um den proof of concept zu erbringen. Durch die Teilnahme an allen drei Wettbewerbsphasen des Science4Life Venture Cup sind wir professionell vorbereitet und freuen uns auf zahlreiche Investorengespräche. Der Gewinn des Venture Cup bedeutet uns sehr viel", äußert sich der zukünftige Geschäftsführer Dr. med. Matthias Schaier.

Seit 1998 fördern das Land Hessen und das Gesundheitsunternehmen Sanofi gemeinsam die Gründerinitiative Science4Life. Die Freude der beiden Schirmherren von Science4Life, dem Hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Prof. Dr. Jochen Maas, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, ist anlässlich der hervorragenden Ergebnisse der aktuellen Wettbewerbsrunde besonders groß.

Minister Al-Wazir würdigte den Beitrag, den die Gründerinnen und Gründer zur Bewältigung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen leisten: "Eine der heute vorgestellten Geschäftsideen ist ein neues umweltfreundliches und ressourceneffizientes Analyseverfahren, das auch noch zur Halbierung der Kosten führt. Das ist nur ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Gründerinnen und Gründer dazu beitragen, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen." Er verwies auf das Unterstützungsangebot des Landes für Start-ups. "Hier ist auch das einzigartige Experten-Netzwerk von Science4Life zu nennen. Dank der dort gebotenen Expertise und des professionellen Rats können Ideen erfolgreich zu marktfähigen Produkten und Dienstleistungen entwickelt werden."

Jochen Maas von Sanofi lobte die hohe Qualität der eingereichten Geschäftsideen. "Die Gründer setzen wissenschaftliche Erkenntnis in Produkte und Prozesse um, die vielen Menschen ein längeres, besseres und wohlhabenderes Leben ermöglichen." Zuletzt hätten Investoren in Deutschland mehr Kapital zur Verfügung gestellt, um junge Unternehmen zum Erfolg zu führen. "Die Zeiten für Gründer waren nie besser als heute", sagte Maas. Allerdings könne Deutschland noch viel von den USA lernen, wo die Finanzierungsbedingungen für Hightech-Unternehmen noch immer deutlich besser seien.

Die Gewinner des Science4Life Venture Cup 2015

1. Preis, dotiert mit 25.000 Euro: TolerogenixX (Heidelberg)

2. Preis, dotiert mit 10.000 Euro: Sulfotools (Darmstadt)

3. Preis, dotiert mit 5.000 Euro: aquila biolabs GmbH (Aachen)

4. Preis, dotiert mit 3.000 Euro: Polyneuron Pharmaceuticals AG (Basel/Schweiz)

5. Preis, dotiert mit 3.000 Euro: dextrinova (Jena)

Teams der Plätze 6 bis 10, dotiert mit jeweils 2.000 Euro

(in alphabetischer Reihenfolge):

  • CVTec Cerebrovascular Technologies GmbH (Wien/Österreich)
  • mediNiK GmbH i. Gr. (Bremen)
  • PerformaNat GmbH (Berlin)
  • SIGNATOPE (Reutlingen)
  • Venneos GmbH (Stuttgart)

Science4Life geht in die nächste Runde: Ab sofort können Gründer am Science4Life Venture Cup 2016 teilnehmen und sich Experten-Feedback zu ihrer Geschäftsidee einholen. Der offizielle Kick-off zur 18. Wettbewerbsrunde findet am 14. September 2015 im Rahmen der Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare im Casinogebäude der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt. Dort besteht die Möglichkeit, Kontakte mit den Ansprechpartnern von Science4Life und dem Netzwerk zu knüpfen.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über Science4Life
Mehr über TolerogenixX
  • News

    Neue Technologie minimiert Nebenwirkungen und Abstoßungsrisiko bei Organtransplantationen

    Jedes Jahr erhalten deutschlandweit zwischen 4.500 und 5.000 Menschen ein Spenderorgan. Besonders häufig werden Nieren, Leber, Herz und Lunge transplantiert. Das Risiko der Abstoßung, besonders bei Fremdorganen, ist hoch. Bisher werden Patienten nach der Operation mit einer Kombination vers ... mehr

  • Firmen

    TolerogenixX

    Die Idee zur Entwicklung einer Alternative zur Standard-Immunsuppression entstand aus dem Wunsch, Patienten nach Transplantation und mit Autoimmunerkrankungen nicht mehr durch eine breite ungezielte Schwächung ihrer körpereigenen Abwehrkräfte zu behandeln, sondern gezielt das zugrunde liege ... mehr

Mehr über aquila biolabs
  • News

    Neue Technologie zur automatisierten Bioprozessüberwachung im Schüttelkolben

    Biotechnische Labors nutzen für die Herstellung biologischer Organismen in kleinem Maßstab die sogenannte Schüttelkolbenfermentation. Hier werden auf Grundlage eines bereits existenten Mikroorganismus neue Organismen und deren Zellen kultiviert, größere Mengen davon produziert und erforscht ... mehr

  • Videos

    Nicht-invasive Biomassemessung in Schüttelkolben und Bioreaktoren

    Der Cell Growth Quantifier (CGQ) ist eine Prozessanalysetechnologie (PAT), die in der Lage ist die mikrobielle Biomasse nicht-invasiv im Schüttelkolben und Bioreaktor zu messen. Dadurch erhält der Laborant hochaufgelöste Echtzeit-Wachstumskurven ohne die Notwendigkeit manueller Probenentnah ... mehr

    Automatische Zugabe von Flüssigkeiten in Schüttelkolben

    Das Liquid Injection System (LIS) ist die erste leicht bedienbare Technologie für die automatische Zugabe von Flüssigkeiten in Schüttelkolben und besteht aus drei Komponenten: einer sterilen Einweg-Kartusche, dem Drive und der LIS Software. Die Kartusche kann mit einer beliebigen Flüssigkei ... mehr

  • Firmen

    aquila biolabs GmbH

    aquila biolabs ist ein deutsches Technologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung innovativer Laborgeräte für die Analyse von Schüttelflaschenfermentationen spezialisiert hat. Das Unternehmen wurde 2014 in Aachen gegründet und erhielt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das ... mehr

Mehr über VENNEOS
  • News

    BORN2GROW unterstützt Biotech-Start-up Venneos bei weiterem Wachstum

    Der Venture-Capital-Geber BORN2GROW beteiligt sich an der Stuttgarter Venneos GmbH in der aktuellen Serie-A-Finanzierungsrunde. Das Start-up entwickelt und vermarktet erfolgreich den CAN-Q, ein Siliziumchip-basiertes Imaging System für die Analyse biologischer Zellen. „Wir freuen uns, BORN2 ... mehr

    BioRegion STERN: Erster Börsengang und neuer Gründerboom

    Die BioRegion STERN gehört zu den großen und erfolgreichen BioRegionen in Deutschland. Die zahlreichen Meldungen, ein aktueller Börsengang sowie Neugründungen und Investitionen von und für Unternehmen aus der Region belegen den anhaltenden Erfolgskurs der Wirtschaftsförderung rund um das Te ... mehr

    Neue Generation von Messmethoden: Zellanalyse mittels Halbleitertechnologie

    Die Mikroskopie ist ein essentieller Bestandteil des Laboralltags und aus vielen Forschungsgebieten nicht mehr wegzudenken. Ebenso bedeutsam ist die elektrische Halbleitertechnologie für moderne Computer. Auf ihr beruhen schätzungsweise 80% aller Neuen Technologien. Die Innovation des Stutt ... mehr

  • Firmen

    VENNEOS GmbH

    Venneos hat seinen Sitz in Stuttgart, Deutschland. Die Technologie des Unternehmens stammt aus jahrzehntelanger Forschung von Prof. Fromherz am Max-Planck-Institut für Biochemie und wurde zunächst vom EXIST-Forschungstransfer gegründet. Die GmbH wurde 2014 von Jonas Lehmann, David Wehner un ... mehr