13.01.2021 - AstraZeneca PLC

AstraZeneca beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff in der EU

Das Mittel wirkt zweifach

(dpa) Der schwedisch-britische Pharmakonzern AstraZeneca hat die Zulassung seines Corona-Impfstoffes bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt. Die Bewertung des Vakzins werde «in einem beschleunigten Zeitrahmen» erfolgen, teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Der Impfstoff könnte nach Einschätzung der EU-Kommission Ende Januar zugelassen werden. Die Kommission hat bis zu 400 Millionen Dosen des Mittels für die 27 EU-Staaten bestellt.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen begrüßte die Ankündigung als gute Nachricht. Die EMA werde die Sicherheit und Wirksamkeit beurteilen. «Sobald der Impfstoff eine positive wissenschaftliche Beurteilung erhält, werden wir mit vollem Tempo daran arbeiten, die Nutzung in Europa zuzulassen», schrieb von der Leyen auf Twitter.

AstraZeneca könnte «möglicherweise bis zum Ende des Monats eine Zulassung haben», sagte die für Gesundheit zuständige Generaldirektorin der Kommission, Sandra Gallina, in einer Anhörung im EU-Parlament. Der 29. Januar könnte der Tag der Genehmigung sein. Doch sei die EMA unabhängig in ihrer Bewertung.

Der Konzern entwickelte das Vakzin gemeinsam mit der britischen Universität Oxford. Anders als die Impfstoffe der Mainzer Firma Biontech und des Pharmakonzerns Pfizer sowie der US-Firma Moderna gehört das britisch-schwedische Präparat nicht zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen. Insgesamt wurden weltweit schon Milliarden Dosen bei dem Hersteller bestellt.

Der vielversprechende Wirkstoff AZD1222 beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern - beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Anfangs hatte das Unternehmen mit seinem Impfstoff auch Kritik einstecken müssen: So gab es Bedenken zum Studiendesign, und die hohe Wirksamkeit des Mittels war von einigen Experten auch bezweifelt worden. Der Konzern legte daraufhin mit weiteren Untersuchungen nach. Ein großer Vorteil des Impfstoffes ist: Er kann den Angaben zufolge bei Kühlschranktemperaturen von zwei bis acht Grad aufbewahrt werden. Außerdem ist es Berichten zufolge viel preiswerter als die Mittel von Biontech oder Moderna.

Die EMA beurteilt und überwacht Arzneimittel für den europäischen Markt, auch für Corona-Impfstoffe. Die Behörde verlegte wegen des Brexits schon im Frühjahr 2019 ihren Sitz von London nach Amsterdam.

Großbritannien setzt den Impfstoff bereits seit gut einer Woche ein.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
Mehr über AstraZeneca
  • News

    Milliardenübernahme: AstraZeneca will US-Konkurrenten für 39 Milliarden Dollar kaufen

    (dpa-AFX) In der Pharmabranche kommt es zu einer Milliardenübernahme: Der britische Arzneimittelhersteller AstraZeneca will seinen US-Konkurrenten Alexion für insgesamt 39 Milliarden US-Dollar kaufen, wie die beiden Unternehmen am Samstag in Cambridge und Boston mitteilten. Dabei will Astra ... mehr

    Erstmals Resultate zur Wirksamkeit eines Corona-Impfstoffs in Fachblatt publiziert

    (dpa) Zum ersten Mal sind Resultate zur Wirksamkeit eines Covid-19-Impfstoffs in einer begutachteten Fachzeitschrift veröffentlicht worden. Das Vakzin AZD1222 sei sicher und biete nach Gabe zweier Dosen einen Schutz von etwa 70 Prozent gegen die Erkrankung, schreibt das Team um Andrew Polla ... mehr

    Corona-Impfstoff von AstraZeneca kommt auf den Prüfstand

    (dpa) Die umstrittenen Impfstoff-Ergebnisse des Pharmakonzerns AstraZeneca werden im Auftrag der britischen Regierung geprüft. Dies sei ein «erster, bedeutender Schritt bei der Zulassung des Vakzins, wenn er die Sicherheits-, Wirksamkeits- und Qualitätsstandards erfüllt», teilte das Gesundh ... mehr

  • Firmen

    AstraZeneca PLC

    mehr

    AstraZeneca GmbH

    AstraZeneca mit Hauptsitz in London ist am 6. April 1999 aus der Fusion der schwedischen Astra AB und der britischen Zeneca Group PLC hervorgegangen. Unsere Produkte sind in über 100 Ländern erhältlich. Mehr als 66.000 Mitarbeiter weltweit unterstützen AstraZeneca darin, innovative und effe ... mehr

    AstraZeneca AG

    Die AstraZeneca Group PLC mit Sitz in London, ist im April 1999 aus dem Zusammenschluss von Astra AB und Zeneca Group PLC hervorgegangen und zählt weltweit zu den führenden pharmazeutischen Unternehmen. Die Schweizer Niederlassung ist in Zug domiziliert und beschäftigt rund 170 hochqualifiz ... mehr

Mehr über European Medicines Agency
  • News

    Auch Moderna-Impfstoff in der EU zugelassen

    (dpa) Als zweiter Corona-Impfstoff ist ab sofort auch das Mittel des US-Herstellers Moderna in der Europäischen Union zugelassen. Dies entschied die EU-Kommission am Mittwoch auf Empfehlung der Arzneimittelbehörde EMA. Damit kommen bald zusätzliche Impfstoffmengen in Europa auf den Markt. D ... mehr

    Hoffnung auf Corona-Impfung vor Weihnachten

    (dpa) Zu Beginn des verschärften Corona-Lockdowns in Deutschland wächst die Hoffnung, dass der EU noch vor Weihnachten ein Impfstoff gegen Corona zur Verfügung steht. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA kündigte am Dienstag in Amsterdam an, sie werde am 21. Dezember ihr Gutachten über d ... mehr

    Cyber-Attacke gegen Europäische Arzneimittel-Behörde EMA

    (dpa) Bei einer Cyber-Attacke auf die Europäische Arzneimittel-Behörde EMA in Amsterdam sind unter anderem Daten der Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech abgegriffen worden. Das teilten die beiden Unternehmen in der Nacht zum Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung mit, nachdem sie von d ... mehr