Der VFA zu den jüngsten Marktzahlen für Medikamente: Fortschritt kommt mit jahrelanger Verspätung bei Patienten an
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Die neuesten Zahlen der Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände (ABDA) zur Ausgabenentwicklung bei Medikamenten in der gesetzlichen Krankenversicherung zeigen für Februar 2008 Ausgabenzuwächse von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Ein Grund dafür liegt in der endlich erkennbaren Tendenz zur verbesserten Versorgung bei weitverbreiteten, oft chronischen Krankheiten. Bislang waren beispielsweise Patienten mit Bluthochdruck, Rheuma oder Erkrankungen des Nervensystems mit modernen Arzneimitteln unterversorgt.
Hierzu erklärt Cornelia Yzer, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller: "Es muss uns zu denken geben, wenn Leitlinien und medizinische Empfehlungen den therapeutischen Alltag erst mit erheblicher Verzögerung erreichen. So sind zum Beispiel zwischen 2004 und 2007 die verordneten Medikamente gegen Bluthochdruck um 2,7 Milliarden Tagesdosen gestiegen. Dieser Anstieg um 30 Prozent ist nicht auf einen sprunghaften Anstieg der Bluthochdruckpatienten zurückzuführen, sondern darauf, dass mehr zum Teil langjährig Erkrankte nach medizinischen Leitlinien behandelt werden. Fehlsteuerungen im Gesundheitssystem, wie den Arzt strangulierende Wirtschaftlichkeitsprüfungen, haben dies bislang verhindert."
"Dennoch kann von einer ausreichenden Versorgung der Patienten noch nicht die Rede sein: Nur jede elfte Verordnung hierzulande ist ein innovativer Wirkstoff. Solange Deutschland beim Einsatz von modernen Medikamenten, die jünger als 5 Jahre sind, europäisches Schlusslicht ist, besteht kein Anlass, Patienten als Geisel einer auf Ausgabenbegrenzung fixierten Gesundheitspolitik zu nehmen," so Yzer weiter.
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