Nachweis gelungen: Maus-Brustkrebsvirus kann menschliche Zellen infizieren
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Vor kurzem hat das Forschungsteam um Univ.-Prof. Dr. Walter H. Günzburg, Leiter des Christian-Doppler-Labors für gentherapeutische Vektorentwicklung, erstmals weltweit im Labor nachgewiesen, dass das Mouse Mammary Tumor Virus (MMTV), das bei Mäusen Brustkrebs auslöst, auch menschliche Zellen infizieren kann. Dieser Forschungserfolg wurde in der aktuellen Ausgabe von "Cancer Research" mit einem ausführlichen Artikel veröffentlicht. Die Tatsache, dass das MMT-Virus auch menschliche Zellen infizieren kann, lässt aber noch nicht den Schluss zu, dass es auch an der Entstehung von menschlichem Brustkrebs beteiligt ist. Um diesen kausalen Zusammenhang wissenschaftlich zu bestätigen, sind noch weitere Forschungsarbeiten und -mittel notwendig.
"MMT-Viren können menschliche Zellen effektiv infizieren", erklärt Dr. Stanislav Indik, der die Entdeckung machte. Für die aufwändigen Experimente wurden rekombinante MMT-Viren mit eingebautem Fluoreszenz-Gen entwickelt. Damit konnten menschliche Zellen verschiedenster Herkunft, z.B. Brust- oder Gebärmutterhalsgewebe, im Labor infiziert werden. Die Viren vermehrten sich und infizierten auch weitere Zellen. Unter dem Mikroskop und mit Hilfe einer fluoreszierenden Lichtquelle leuchteten die infizierten Zellen dann auf. Die Effizienz war - im besten Fall - vergleichbar mit jener, die bei der Infizierung von Mäuse-Zellen erzielt wird, im schlechtesten Fall nur zehn Mal niedriger. Für eine erfolgreiche Infizierung muss das MMTV eine intakte Hülle (Envelope) aufweisen; verhindert werden kann das Eindringen des Virus durch Hitzevorbehandlung bzw. durch spezifische neutralisierende Antikörper.
Die Entdeckung hat die Diskussion um die ursächliche Beteiligung von MMTV an der Entstehung von Brustkrebs beim Menschen wieder angeheizt. Dr. Francoise Rouault, Leiterin der MMTV-Gruppe und seit acht Jahren Expertin für MMTV-Forschung, meint dazu: "Das MMTV kann ein unauffälliger Passagier in der menschlichen DNA sein, aber möglicherweise auch einer der Gründe für die Entstehung von Brustkrebs. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich dazwischen." Sie betont aber ausdrücklich: "Zwar deuten einige Forschungsergebnisse darauf hin - es ist aber noch nicht bewiesen, dass MMT-Viren wirklich an der Entwicklung von menschlichem Brustkrebs beteiligt sind." Sicher weiß man hingegen, dass MMT-Viren im Immunsystem des Wirtes "große Löcher" verursachen, welche die Fähigkeit des Immunsystems, Krebszellen zu erkennen und abzuwehren, verringern könnten. Bedeutende Entdeckung für künftige Brustkrebs- und Gentherapieforschung Der Beweis, dass MMT-Viren menschliche Zellen infizieren können, ist vor allem auch für künftige Forschungen interessant.
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Antikörper sind spezialisierte Moleküle unseres Immunsystems, die gezielt Krankheitserreger oder körperfremde Substanzen erkennen und neutralisieren können. Die Antikörperforschung in Biotech und Pharma hat dieses natürliche Abwehrpotenzial erkannt und arbeitet intensiv daran, es therapeutisch nutzbar zu machen. Von monoklonalen Antikörpern, die gegen Krebs oder Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden, bis hin zu Antikörper-Drug-Konjugaten, die Medikamente gezielt zu Krankheitszellen transportieren – die Möglichkeiten sind enorm.
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