14.11.2016 - EnviroPep

Jungunternehmer entwickeln neuartiges Verfahren zur Reinigung von Naturstoffen

Das Start-up EnviroPep, ein Gründungsprojekt der Humboldt-Universität zu Berlin (HU), hat ein neuartiges Reinigungsverfahren für chemisch synthetisierte Peptide entwickelt. Das Gründerteam wird durch das Förderprogramm EXIST-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie durch den Europäischen Sozialfond mit rund 700.000 Euro finanziell unterstützt. Damit wurde unter der Mentorenschaft von Prof. Seitz am Institut für Chemie der erste EXIST Forschungstransfer an der HU bewilligt. Mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) als Kooperationspartner, das dem Gründerteam Labor- und Büroflächen zur Verfügung stellt, soll die Technologie nun zur Marktreife gebracht werden.

Peptide bezeichnen eine Naturstoffklasse, die aus Aminosäuren aufgebaut ist. Sie sind unentbehrlich für jeden Stoffwechselvorgang. Daher gehören sie heute zu den vielversprechendsten Wirkstoffkandidaten in Therapeutika. Damit Peptide als Wirkstoff aber eingesetzt werden können, müssen sie in hochreiner Form vorliegen. Die derzeit üblichen Verfahren zur Peptidreinigung sind jedoch zeit- und kostenintensiv.

Hier setzt nun EnviroPep an. „Unser Verfahren eignet sich für eine schnelle, zuverlässige und einfache Peptidreinigung, ohne hohe Drücke vom Milligramm- bis zum Kilogramm-Maßstab. Darüber hinaus werden auch keine organischen Lösungsmittel benötigt. Dadurch ist dieser Prozess eine kostengünstige und umweltschonende Alternative zu bestehenden Verfahren, wie die am meisten verwendete Hochdruckflüssigkeitschromatographie, kurz HPLC“, erklärt Robert Zitterbart, einer der drei Gründer und Entwicklungsleiter.

Durch die Kooperation mit der BAM will EnviroPep von Beginn an Vertrauen in die Technologie schaffen. „Für potenzielle Kunden ist Qualitätssicherung ein wichtiger Faktor. Durch die Zusammenarbeit mit den Expertinnen und Experten der BAM wollen wir hier frühzeitig wichtige Weichen stellen“, so Zitterbart weiter.

"Das Start-up EnviroPep zeigt, dass der BAM-Campus Adlershof Gründern einen Raum für innovative Ideen und Unternehmergeist bietet", sagt BAM-Präsident Prof. Dr. Ulrich Panne. "Bei EnviroPep haben sich drei junge Wissenschaftler zusammengetan, um mit ihrer Entwicklung einen Markt zu erschließen. Alle drei sind Promovierende einer Forschungseinrichtung in Berlin, einer von ihnen hat sein Forschungsvorhaben an der BAM realisiert. Ich wünsche den Gründern von EnviroPep viel Erfolg beim Aufbau ihres innovativen Unternehmens."

Zusammen mit Industriepartnern wollen die Gründer nun die Herstellung therapeutisch relevanter Peptide in einem größeren Maßstab zeigen und die neue Technologie hierbei einsetzen. Zukünftig will das Unternehmen mit seinem Verfahren maßgeschneiderte Lösungen zur Prozessoptimierung in der Peptidherstellung anbieten.

Fakten, Hintergründe, Dossiers
  • Humboldt Universität Berlin
  • Naturstoffe
  • Peptidreinigung
  • therapeutische Peptide
  • Peptidherstellung
Mehr über EnviroPep
  • News

    Wissenschaftler und Allroundtalente

    Gründern aus den Bereichen Life Science, Chemie und Energie ist kein Weg zu weit und keine Herausforderung zu groß, um die nächsten unternehmerischen Ziele zu erreichen. Außergewöhnlichen Einsatz zeigten 18 High-Tech-Gründerteams, die aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands angere ... mehr

Mehr über BAM
  • News

    Flugsicherheit: Schnelltest für schädliche Mikroben in Kerosin entwickelt

    Treibstoffe wie Kerosin oder Kraftstoffe wie Diesel können von Pilzen oder Bakterien kontaminiert werden. Die Mikroorganismen siedeln sich in der Flüssigkeit selbst, an den Innenwänden von Tanks und Leitungen oder in den Treibstofffiltern an und ernähren sich von Kohlenstoffatomen. Da die P ... mehr

    Gesundheitsbeschwerden durch Drucker und Kopierer?

    Seit einigen Jahren wird immer wieder über Gesundheitsbeschwerden beim Umgang mit Laserdruckern berichtet. Messungen zeigen, dass viele Druckermodelle flüchtige organische Verbindungen und ultrafeine Partikel (kleiner als 0,1 µm) in unterschiedlichen Mengen ausstoßen. Da es schwierig ist, u ... mehr

    BAM entwickelt Standards und Normen für Microarrays

    Nachvollziehbare Tests sind in vielen Bereichen der Wissenschaft unbedingt notwendig. Die Ergebnisse sollten vergleichbar sein, egal, ob der Test in Labor A oder Labor B durchgeführt wurde. Eine Untersuchung der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zeigte, dass Tests, die di ... mehr

  • Stellenangebote

    Staatlich geprüfte*r technische*r Assistent*in (m/w/d) der Fachrichtung

    biologisch-technische*r Assistent*in, medizinisch-technische*r Laboratoriumsassistent*in oder biologisch-chemische*r technische*r Assistent*in Gesucht wird zur Verstärkung unseres Teams im Fachbereich „Biologische Materialschädigung und Referenzorganismen“ in Berlin-Steglitz zum nächstmögl ... mehr

    Promovierte*r wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in (m/w/d)

    der Fachrichtung Elektrotechnik, Chemie, physikalische Chemie, Verfahrenstechnik, Physik, Werkstofftechnik, physikalische Ingenieur­wissenschaften oder vergleichbar Gesucht wird zur Verstärkung unseres Teams im Fachbereich "Thermografische Verfahren“ in Berlin-Adlershof zum 01.07.2021 ein* ... mehr

Mehr über Humboldt Universität Berlin