Zwischen Zuversicht und Sorge: Neue Studie zum gesellschaftlichen Blick auf bahnbrechende Wissenschaft

Neue „Breakthrough Study“ zeigt, warum Optimismus je nach Technologie, Region und Kontext variiert

04.05.2026
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Symbolbild

Eine neue Studie von Leaps by Bayer, der Boston Consulting Group (BCG) und Ipsos UK liefert ein tiefergehendes Verständnis dafür, warum Menschen unterschiedlich auf neue Technologien reagieren und was Innovatoren tun können, um Vertrauen und Legitimität aufzubauen. Auf Grundlage ausführlicher Interviews in China, Deutschland und den Vereinigten Staaten untersucht die Studie die Treiber von öffentlichem Optimismus, Zurückhaltung und Widerstand gegenüber Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen, Zell- und Gentherapien (CGT), neuen genomischen Techniken (NGTs) in der Landwirtschaft sowie kultiviertem Fleisch.

Der Bericht „How Society Feels About Breakthrough Science: Decoding the ,Why‘“ baut auf den Ergebnissen von „How Society Feels About Breakthrough Science“ auf, einer quantitativen Studie aus dem Jahr 2025 mit über 13.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in 13 Ländern.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Optimismus hinsichtlich der Entwicklung von Wissenschaft und Technologie ist hoch, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, wie der erste Bericht zeigt. Durchbrüche im Gesundheitsbereich werden positiver wahrgenommen als solche in Ernährung und Landwirtschaft. Die neue Studie zeigt, dass die Teilnehmer in Ländern mit hohem Einkommen schwere Krankheiten und überlastete Gesundheitssysteme als dringende Bedrohungen wahrnehmen, während Nahrungsmittelknappheit und Klimawandel als weniger dringlich angesehen werden. Die Distanz zur Lebensmittelproduktion in Ländern mit hohem Einkommen könnte dabei eine Rolle spielen; in Deutschland und den USA arbeitet rund 1 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft. „Wir können diese [klimatischen] Herausforderungen nicht verändern. […] Wenn gewöhnliches Saatgut ums Überleben kämpft, müssen wir definitiv neue Technologien einsetzen, um eine nachhaltige Entwicklung sicherzustellen.“ – Weiblich, Gen Z, China

  • KI findet die geringste Zustimmung in Regionen, in denen sie am weitesten entwickelt ist – insbesondere bei der Generation Z. Laut der quantitativen Studie bewerten 72 Prozent der Gen-Z-Befragten außerhalb der USA die Auswirkungen von KI auf die Zukunft der menschlichen Gesundheit positiv, verglichen mit nur 42 Prozent der Gen Z in den USA. Die neue Studie unterstreicht, dass der Optimismus der Gen Z hinsichtlich des Potenzials von KI im Gesundheitswesen durch intensive eigene Erfahrungen mit KI geprägt ist – einschließlich Ungenauigkeiten und gefälschter Bilder – sowie durch wachsende gesellschaftliche Bedenken in Bezug auf Arbeitsplatzverluste, den Abbau menschlicher Fähigkeiten und mangelnde Rechenschaftspflicht. Die Gen Z in den USA ist stark mit KI konfrontiert, hat aber geringes Vertrauen in die Institutionen, die für deren Regulierung zuständig sind. „Es war immer so, dass KI mit dem besten Versorgungsstandard verglichen wird – aber die meisten Menschen erhalten keinen guten Versorgungsstandard. Wenn die Alternative also Nichts ist, dann ist in fast jedem Fall ein Chatbot wahrscheinlich besser, selbst bei den derzeitigen Regulierungsniveaus und der derzeitigen Genauigkeit.“ – Männlich, Gen Z, USA

    • Die Akzeptanz von KI im Gesundheitswesen hängt von sichtbarer menschlicher Verantwortung ab. Laut quantitativen Daten bewerten 64 Prozent der weltweiten Befragten die Auswirkungen von KI auf die menschliche Gesundheit positiv. Die neue Forschung zeigt, dass Menschen KI über alle Regionen hinweg grundsätzlich begrüßen, wenn sie menschliche Ärzte eindeutig unterstützt, aber nicht ersetzt. Gewünscht wird eine „unterstützte Versorgung“ (augmented care), keine „algorithmische Versorgung“. „Ich denke, wenn wir KI einsetzen, können wir Patienten schneller behandeln, vielleicht auch effizienter, und dann Zeit sparen, die wir nutzen können, um Dinge zu tun, die derzeit nicht möglich sind. Vielleicht, um mehr Patienten zu behandeln oder mehr Zeit mit einzelnen Patienten zu verbringen.“ – Weiblich, Generation X, Deutschland

    • Die Wahrnehmung bahnbrechender Wissenschaft wird von der Denkweise geprägt, nicht von der Technik. Menschen bewerten Innovationen selten allein anhand technischer Details; stattdessen bestimmen tief verwurzelte Überzeugungen wie Fairness, Sicherheit und Natürlichkeit die Einstellungen. Drei Denkweisen– Optimisten, Rationalisten und Skeptiker – prägen die Reaktionen auf bahnbrechende Innovationen. Diese emotionalen Weltbilder erstrecken sich über alle Altersgruppen, Bildungsniveaus und geografische Grenzen. Diese Denkweisen sind keine statischen Kategorien, sie verhalten sich wie emotionale Positionen, zwischen denen Menschen je nach Technologie wechseln. So geben beispielsweise viele CGT-Skeptiker an, dass sie eine gut etablierte Zell- oder Gentherapie „wahrscheinlich ausprobieren“ würden, wenn ein geliebter Mensch an einer schweren Krankheit ohne wirksame Behandlung leidet und die Therapie ärztlich empfohlen wird.

    • In einer Vertrauenskrise ist Transparenz wichtiger denn je. Laut quantitativen Daten vertrauen 62 Prozent der Befragten darauf, dass Gesundheitsbehörden im besten Interesse der Öffentlichkeit handeln. Die Vertrauenswerte sind im einkommensstarken Westen deutlich niedriger (Deutschland: 52 Prozent, USA: 56 Prozent) als in Ländern mit mittlerem Einkommen (z. B. China: 73 Prozent). Ein im neuen Bericht enthaltener Essay des Aspen Institute for Science & Society unterstreicht, dass transparente und konsistente Kommunikation sowie die Einbindung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in den öffentlichen Diskurs zum Aufbau von Vertrauenswürdigkeit beitragen.

    Warum diese Forschung jetzt wichtig ist

    Ein tieferes Verständnis dafür, warum Menschen Hoffnungen und Ängste haben, ist entscheidend, um gesellschaftliche Akzeptanz für Technologien aufzubauen, die einen erheblichen Nutzen für den Menschen bringen können. Durch die Kombination der strategischen Einordnung von BCG, der qualitativen Forschungsexpertise von Ipsos UK und dem langfristigen Engagement von Leaps by Bayer für bahnbrechende Innovationen liefert die Studie umsetzbare Leitlinien für Innovations- und Branchenverantwortliche, um die Öffentlichkeit wirksam einzubinden.

    „Wir sehen es als Teil unserer Verantwortung bei Leaps by Bayer, den Dialog mit der Gesellschaft zu führen und dabei zu helfen, das Vertrauen aufzubauen, das erforderlich ist, damit transformative Ideen Wurzeln schlagen können“, sagte Dr. Jürgen Eckhardt, Executive Vice President und Head of Leaps by Bayer. „Das Verständnis der öffentlichen Stimmung sowie der Denkweisen und Emotionen hinter diesen Ansichten ist ein entscheidender erster Schritt, um Akzeptanz für Technologien aufzubauen, die einen erheblichen Einfluss haben könnten.“

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