09.09.2021 - Merck KGaA

Merck steigt bei französischer Biotech-Firma ein

Krebsmedikament auslizenziert

(dpa-AFX) Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA steigt beim französischen Biotechunternehmen Diaccurate ein. Gleichzeitig gibt die Darmstädter Dax-Firma die Weiterentwicklung eines möglichen Krebsmedikaments an die Franzosen ab. Wie Diacurrate am Mittwoch in Paris mitteilte, wird der bisher bei Merck unter dem Namen M2698 geführte Wirkstoff einlizenziert. Diaccurate werde die Substanz nun in klinischen Studien unter dem Namen Diacc3010 weiter erforschen. Finanzielle Angaben zu dem Deal und zur Höhe des Merck-Anteils machte das Unternehmen nicht.

Der Beginn einer klinischen Studie der Phase II bei Krebserkrankten mit soliden Tumoren, die mit einer sogenannten PAM-Mutation angereichert sind, und mit aggressiven Lymphomen ist laut Diaccurate für das zweite Halbjahr 2022 geplant. Schwerpunkt der Forschung seien zunächst Brust- und Magentumore und bestimmte Blutkrebsformen.

Diacc3010 hemmt den Angaben zufolge den PAM-Schaltkreis - dieser gilt als ein am häufigsten fehlgeleiteter Schaltkreis bei dem Fortschreiten von Krebserkrankungen und der Entwicklung von Resistenzen gegen Medikamente. Da das Präparat gleich zwei wichtige Punkte in diesem Kreis ansteuert, hoffen die Forscher, die Möglichkeiten von bisher verfügbaren Krebstherapien mit Diacc3010 überschreiten zu können. Zudem durchquere das Präparat die Blut-Hirn-Schranke, dies sei essentiell bei der Bekämpfung von Hirnmetastasen.

Merck hatte den Wirkstoff bereits in einer Phase I getestet und die Studien erfolgreich abgeschlossen. In der im Internet bereitgestellten Forschungspipeline der Darmstädter wurde das Präparat zuletzt aber nicht mehr aufgeführt. Mit Diacc3010 hat der bisher auf vorklinische Tests fokussierte Krebsforscher Diaccurate nun erstmals ein Präparat in der klinischen Forschung.

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