21.07.2020 - CureVac AG

GSK und CureVac verkünden strategische mRNA-Technologiepartnerschaft

Forschungskooperation zu mRNA-Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern bei Infektionskrankheiten

GlaxoSmithKline plc und CureVac haben die Unterzeichnung einer strategischen Kooperationsvereinbarung zur Erforschung, Entwicklung, Erzeugung und Vermarktung von bis zu fünf mRNA-basierten Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern (mAbs) zur Bekämpfung von Erregern von Infektionskrankheiten bekanntgegeben. Die Zusammenarbeit ergänzt die bestehende mRNA-Kompetenz von GSK um die integrierte mRNA-Plattform von CureVac.

Bei der mRNA- oder Boten-RNA-Technologie handelt es sich um eine sich rasch entwickelnde, hochinnovative Plattform für die Entwicklung neuer Impfstoffe und Arzneimittel. Damit sollen potenziell mehr Krankheiten als bisher verhindert oder behandelt werden bei einer gleichzeitigen Verkürzung der Entwicklungs- und Produktionszeiten. mRNA trägt den genetischen Code, der es Zellen erlaubt, zielgerichtet Proteine herzustellen. Durch die Verwendung der mRNA-Technologie in Impfstoffen und Arzneimitteln werden die körpereigenen Zellen in die Lage versetzt, spezifische Proteine (Antigene) herzustellen. Dadurch wird das menschliche Immunsystem angeleitet, Krankheiten vorzubeugen und zu bekämpfen.

CureVacs Führungsposition in der mRNA-Technologie und seine mRNA-Produktionskapazität ergänzen die wissenschaftliche Expertise von GSK bei Impfstoffen, darunter GSKs eigene sogenannte self-amplifying (selbstverstärkende) mRNA-Impfstofftechnologieplattform (SAM). Darüber hinaus erweitert GSK durch die Kooperation seine wachsenden Innovationsfähigkeiten im Bereich monoklonaler Antikörper, die auf den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt in der Immunologie ausgerichtet sind. Die Weiterentwicklung mRNA-basierter Impfstoffe und Therapien könnte auch bei der Eindämmung künftiger Pandemien eine entscheidende Rolle spielen.

Roger Connor, Vorsitzender von GSK Vaccines, sagte: „Unsere self-amplifying mRNA-Impfstofftechnologie (SAM) hat das Potential der mRNA-Technologie in der Wissenschaft der Impfstoffentwicklung gezeigt. Die Erfahrung von CureVac ergänzt unsere eigene Expertise. Mithilfe der mRNA-Technologie, darunter SAM, hoffen wir, nun gemeinsam Impfstoffe und Therapien zu entwickeln und im großen Maßstab produzieren zu können, um Infektionskrankheiten schneller als bisher behandeln und verhindern zu können.“

Dr. Franz-Werner Haas, amtierender Vorstandsvorsitzender von CureVac, fügte hinzu: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit GSK. Auf Grundlage dieser Kooperation gewinnen wir einen Partner von Weltrang, dessen Expertise und globale Ausrichtung es uns ermöglicht, unsere Plattform auszubauen und auf dieser Basis mögliche Produkte für die ganze Welt zu entwickeln.“

Beide Unternehmen bündeln ihre mRNA-Expertise zur Bekämpfung einer Vielzahl von Erregern von Infektionskrankheiten. Diese Projekte wurden eigens ausgewählt, um die Vorteile dieser Plattformtechnologie umfassend auszuschöpfen, und gleichzeitig auch bislang nicht gelöste medizinische Bedürfnisse sowie damit verbundene volkswirtschaftliche Belastungen zu adressieren. Die beiden bestehenden klinischen CureVac-Entwicklungsprogramme zu mRNA-Impfstoffen gegen COVID-19 und gegen Tollwut sind nicht Teil der angekündigten Kooperation.

Gemäß der Vereinbarung wird GSK eine Eigenkapitalinvestition von 130 Millionen £ (150 Millionen €) in CureVac tätigen, was knapp 10% der Anteile am Grundkapital von CureVac entspricht. Außerdem wird GSK eine Einmalzahlung in Höhe von 104 Millionen £ (120 Millionen €) und eine erstattbare Zahlung von 26 Millionen £ (30 Millionen €) leisten. Letztere wird fällig, sobald die derzeit in Deutschland im Bau befindliche industrielle Produktionsanlage von CureVac ihre GMP-Zertifizierung (Good Manufacturing Practice) durch die zuständigen Behörden erhalten hat.

CureVac stehen zudem Zahlungen für Entwicklungs- und Zulassungsmeilensteine in der Höhe von bis zu 277 Millionen £ (320 Millionen €) sowie für kommerzielle Meilensteine von bis zu 329 Millionen £ (380 Millionen €) zu. Darüber hinaus erhält CureVac gestaffelte Lizenzgebühren auf Produktverkäufe.

GSK wird auch die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit von CureVac im Rahmen dieser Kooperation finanziell unterstützen. CureVac ist verantwortlich für die präklinische und klinische Entwicklung dieser Projekte bis einschließlich der Phase-1-Studien, während GSK die Verantwortung für die spätere Weiterentwicklung und Kommerzialisierung übernimmt. CureVac ist zudem verantwortlich für die GMP-Erzeugung der Produktkandidaten bis zur Kommerzialisierung und erhält Vermarktungsrechte der entwickelten Produkte in ausgewählten Ländern.

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