06.12.2018 - PhagoMed Biopharma GmbH

Wiener Start-up erhält Auszeichnung für Phagentherapie

PhagoMed gewinnt den Österreichischen Gründerpreis Phönix 2018

Das Wiener Biotech-Unternehmen PhagoMed Biopharma GmbH wurde mit dem Österreichischen Gründerpreis Phönix 2018 in der Kategorie „Start-Up International“ ausgezeichnet. Die Verleihung würdigt die Entwicklung von Antibiotika-Alternativen auf Basis von natürlichen Viren, sogenannten Phagen, am Standort Vienna Biocenter. PhagoMed wurde von einer hochkarätigen Jury als Preisträger ausgewählt und bekam die Auszeichnung von Bundesministerin Dr. Margarete Schramböck und Bundesminister Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann im Rahmen einer Gala überreicht.

Die PhagoMed Biopharma GmbH arbeitet an der Lösung der Antibiotika-Krise, der weltweiten Zunahme von Resistenzen gegen diese einst so wirksamen Therapeutika. Das Unternehmen entwickelt dazu Arzneimittel auf Basis von natürlichen Viren, sogenannten Phagen, die ausschließlich Bakterien befallen und zerstören. Phagen sind daher ein vielversprechender Ansatz, um bei multiresistenten Infektionen neue Heilungsmöglichkeiten zu schaffen. Tatsächlich gelang es den Mitgründern von PhagoMed bereits, sie im Rahmen von experimentellen Heilversuchen in Deutschland erfolgreich anzuwenden.

Das große Potenzial dieser Technologie und ihre hohe gesundheitspolitische Relevanz überzeugten auch die Jury des Österreichischen Gründerpreises Phönix, der dieses Jahr zum 5. Mal ausgeschrieben wurde. Vergeben wird er gemeinsam von den Bundesministerien für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort sowie für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Geehrt werden damit junge und erfolgreiche Unternehmen, die Vorzeigemodelle für exzellente Forschung und Vorbilder für gelungene (Aus-)Gründungen sind. So setzte PhagoMed sich in dem heiß umkämpften Wettbewerb durch und bekam den Gründerpreis Phönix 2018 in der Kategorie „Start-Up International“ überreicht. In dieser wird das beste Unternehmen prämiert, dessen Geschäftsidee im Ausland entstand und durch Unternehmensgründung in Österreich umgesetzt wurde.

„Wir freuen uns sehr. Der Preis ist eine großartige Bestätigung für unsere Vision, die in anderen Ländern bereits etablierte Phagentherapie in der westlichen Medizin einzuführen“, sagt Dr. Lorenzo Corsini, Mitgründer & Ko-Geschäftsführer von PhagoMed. „Die Kategorie „Start-Up International“ spiegelt die Internationalität unseres Unternehmens wider. Mitglieder unseres Gründungsteams sind weiterhin in Deutschland klinisch tätig und unsere Produkte werden zusammen mit renommierten Forschungsinstitutionen in Deutschland und Belgien entwickelt.“

Einen besonderen Fokus legt PhagoMed dabei auf die Behandlung von Infektionen künstlicher Gelenke wie z.B. Hüftprothesen. Solche Infektionen sind derzeit schwer zu behandeln, da diese häufig von multiresistenten Bakterien verursacht werden. Diese bilden zudem oftmals einen als Biofilm bezeichneten Belag, der die Wirkung von Antibiotika zusätzlich reduzieren kann. Gerade bei solchen Infektionen stellen Phagen daher eine vielversprechende Alternative dar, da Phagen in der Lage sind, bakterielle Biofilme abzubauen und dabei die multiresistenten Bakterien zu töten. Die Entwicklungsprogramme von PhagoMed werden seit diesem Jahr unter anderen auch von der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Austria Wirtschaftsservice (aws) unterstützt. Dort erkannte man ebenfalls die Notwendigkeit, an Lösungen für die Antibiotika-Krise zu arbeiten – und das Potenzial der Phagentherapie als Alternative zu Antibiotika.

TED Talk zu Phagen veröffentlicht

Auch in den USA wird die Phagentherapie zunehmend als Chance erkannt. So wurde PhagoMeds zweiter Ko-Geschäftsführer Alexander Belcredi vor Kurzem von der amerikanischen Plattform TED ausgewählt, einen Vortrag über Phagen und Phagentherapie zu halten. Der TED Talk wurde Anfang Oktober in Toronto, Kanada aufgenommen und Mitte November auf TED.com veröffentlicht. In dem Vortrag erzählt Alexander Belcredi von seiner persönlichen Entdeckungsreise in die Welt der Phagen sowie von dem Potenzial der Phagentherapie als Lösungsansatz für die Antibiotika-Krise. Knapp zwei Wochen nach Veröffentlichung hatten bereits mehr als 600.000 Menschen den TED Talk gesehen.

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