19.07.2018 - Europäische Union

EU bereit zu Zöllen auf Pharma- und Chemieprodukte aus den USA

(dpa-AFX) - Die Europäische Union ist laut einem Pressebericht im Fall von US-Strafzöllen auf europäische Autos zu einem weitreichenden Gegenschlag bereit. Sollte die amerikanische Regierung unter Präsident Donald Trump Strafzölle auf Autos erheben, könnte die EU mit Zöllen auf amerikanische Pharma- und Chemieprodukte sowie auf Kohle aus den USA zurückschlagen, berichtet die "Wirtschaftswoche" in einer am Donnerstag veröffentlichten Vorabmeldung. Das Magazin berief sich auf einen namentlich nicht genannten EU-Diplomaten.

Die US-Regierung hatte eine formelle Untersuchung zu der Frage eingeleitet, ob Autoimporte in die Vereinigten Staaten Fragen der Nationalen Sicherheit berühren. Eine ähnliche Untersuchung war auch die Grundlage für die Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte gewesen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte zuletzt erneut deutlich gemacht, dass die EU in Handelsfragen geschlossen agiere und sich nicht spalten lasse. Die Staatengemeinschaft werde auf neue Provokationen reagieren und sei zu weiteren Gegenmaßnahmen bereit.

Wie die "Wirtschaftswoche" weiter berichtet, sei die weitere Vorgehensweise der EU-Kommission abhängig vom Verlauf des Besuchs von Kommissionspräsident Juncker in den USA. Am kommenden Mittwoch (25.7.) will Juncker zu einem Treffen mit US-Präsident Trump reisen. Die EU-Mitgliedsstaaten sollen dann Ende der kommenden Woche über ihre weitere Strategie entscheiden, wie das Magazin weiter berichtet.

Laut dem Bericht könnte die Liste der Gegenmaßnahmen bis zum August abgeschlossen sein. Der Gegenschlag soll aber weniger strategisch sein, als die Gegenmaßnahmen zu den Stahlzöllen. Dabei hatte die EU sehr gezielt einzelne US-Staaten ins Visier genommen, in denen es vergleichsweise viele Unterstützer des amerikanischen Präsidenten gibt.

Außerdem geht es im Streit um die europäischen Auto-Exporte um ein wesentlich höheres Handelsvolumen als beim Stahl. "In Brüssel ist die Rede von einem Volumen von 8,5 Milliarden Euro", schreibt die "Wirtschaftswoche". Beim Stahl umfassen die europäischen Gegenmaßnahmen ein Volumen von 2,8 Milliarden Euro.

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