IASB verabschiedet Empfehlungen für den sicheren Umgang mit Gensynthese

24.11.2009 - USA

In Zusammenarbeit mit der UC Berkeley’s Goldman School of Public Policy hat der IASB (International Association Synthetic Biology) Empfehlung für den sicheren mit Gensynthese verabschiedet, die in einem verbindlichen Verhaltenskodex (Code of Conduct) zusammengefasst werden. Der Kodex enthält sowohl ethische als auch Aspekte zur Biosicherheit und wurde am 3. November 2009 im Rahmen des 2. Jährlichen Industrie-Workshops des IASB in Cambridge (USA) diskutiert und fertig gestellt.

Die teilnehmenden Firmen und Einrichtungen aus den Bereichen Gensynthese, Biotech, Synthetischer Biologie und Pharma betonten gemeinsam mit Vertretern der US-Regierung, Gesetzgebung und Forschung den Bedarf nach Selbstregulierung in dieser sich schnell entwickelnden Fachbereich und insbesondere die Gensynthese-Industrie.

Markus Fischer von Entelechon GmbH sagte: „ Die Synthetische Biologie bietet ein enormes Potenzial, sowohl ökonomisch also auch gesellschaftlich. Der Kodex wird dabei helfen, dieses Potenzial sicher und verantwortungsvoll zu nutzen. Mit der Weiterentwicklung dieses Bereichs wird der Kodex vermutlich durch entsprechende Gesetzgebung ergänzt werden.“

Im Fokus des Verhaltenskodex steht das Screening von DNA-Sequenzen. Der Kodex sieht vor, dass Gensynthese-Anbieter ermitteln müssen, ob die Sequenz mit einem pathogenen Organismus assoziiert ist. Wenn eine solche Assoziation vorliegt, muss ein Experte das Risikopotenzial der Sequenz bewerten. Im Falle einer Bestätigung des Risikos muss sich der Käufer legitimieren und belegen, wofür die Sequenz genutzt werden soll. Anderenfalls sollte der Auftrag abgelehnt werden.

„Unsere nächste Aufgabe ist es, alle Firmen in diesem Bereich einzuladen, sich dem Kodex anzuschließen,“ sagte Stephen Maurer, Privatdozent für Public Policy und Experte für Technologierisikenbewertung an der Universität von Kalifornien (USA), der wesentlich an der Formulierung des Kodex beteiligt war. Ziel ist es, eine Grundlage für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Gensynthese-Gewerbe zu schaffen, auf dem weitere Regularien aufgebaut werden können. Der Verhaltenskodex wurde von den Mitgliedern des IASB unterzeichnet. Andere Gensynthese-Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind eingeladen, den Kodex ebenfalls zu unterschreiben. Als erstes Unternehmen, das nicht dem IASB angehört, hat Shanghai Generay Biotech aus China den Kodex unterzeichnet. Der IASB arbeitet in einem nächsten logischen Schritt an einem Zertifikat, das sichtbar macht, welche Institutionen nach diesem Kodex arbeiten.

Ein weiterer Fokus des Workshops war die Einführung einer neuen Datenbank für Virulenz- Faktoren, z.B. aus pathogenen Bakterien oder Viren. Dieses sog. VIREP Projekt wurde von der Goldman School und dem IASB initiiert und schließt eine Lücke, um virulente und pathogene Faktoren auf Sequenzebene finden zu können. VIREP ermöglicht es Gensynthese-Einrichtungen, DNA-Sequenzen auf ihre Gefährlichkeit hin zu überprüfen und Daten über vorhergehende Screening-Entscheidungen auszutauschen. Das vereinfacht das Screening, erhöht seine Qualität und senkt die Kosten.

Außerdem einigten sich die Teilnehmer des Workshops auf die Gründungen einer technischen Expertengruppe für Biosicherheit (TEGB). Diese Gruppe aus Bioinformatikern, Molekularbiologen und anderen Experten, wird in regelmäßigen Treffen, Richtlinien und Spezifikation für das DNA-Sequenz-Screening erarbeiten, um die Biosicherheit in der Synthetischen Biologie weiter zu verbessern.

Weitere News aus dem Ressort Politik & Gesetze

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen

So nah, da werden
selbst Moleküle rot...

Zuletzt betrachtete Inhalte

Wissenschaftler suchen nach schnelleren und billigeren SARS-CoV2-Detektoren als Molecular Beacon PCR - CINN-Projekt basiert auf DNA-'Sensoren', die durch Fluoreszenz in der Gegenwart von Coronavirus-RNA reagieren

Wissenschaftler suchen nach schnelleren und billigeren SARS-CoV2-Detektoren als Molecular Beacon PCR - CINN-Projekt basiert auf DNA-'Sensoren', die durch Fluoreszenz in der Gegenwart von Coronavirus-RNA reagieren

Impfen ganz ohne Nadel könnte für Unruhe im 30-Milliarden-Dollar-Impfgeschäft sorgen

Forscher leisten Pionierarbeit bei der Entwicklung neuer Methoden maschinellen Lernens für Entdeckungen in der Chemie - Maschinelles Lernen kann bei der Identifizierung von Arzneimittelkandidaten helfen

Forscher leisten Pionierarbeit bei der Entwicklung neuer Methoden maschinellen Lernens für Entdeckungen in der Chemie - Maschinelles Lernen kann bei der Identifizierung von Arzneimittelkandidaten helfen

VOYAGER | Mehrkanalpipetten | Integra Biosciences

VOYAGER | Mehrkanalpipetten | Integra Biosciences

Bayerische Patentallianz vergibt Lizenz für neue Technologie, die Halbwertszeiten von Biopharmazeutika verlängert

Chemiker entwickeln umweltfreundliches Verfahren zur Herstellung des Grundbausteins für Nylon

SAP als wichtigster Anbieter von ERP- und SCM-Lösungen für die internationale Pharmaindustrie ausgezeichnet - Frost & Sullivan verleiht zwei Global Customer Leadership Awards

Wilex und Fox Chase Cancer Center erhalten $3,9 Mio. Förderung für Wilex Medikamentenkandidaten von U.S.-Forschungsprogramm - Erstmals erhält ein deutsches Biotech-Unternehmen Millionenförderung aus dem

Die PTB stellt Zertifikate für Waagen und Wägezellen nach neuer internationaler Vereinbarung aus

Mehr Nachweise multiresistenter Erreger - Therapieoptionen schwinden

Neuartige Werkbank für das Virendesign - Bakteriophagen gezielt verändern: Phagen-Therapien gegen gefährliche Erreger in Reichweite

Neuartige Werkbank für das Virendesign - Bakteriophagen gezielt verändern: Phagen-Therapien gegen gefährliche Erreger in Reichweite

Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache