26.08.2009 - University of Iowa

Bildliche Darstellung der Aktivität von Leukämiezellen im Körper

Auszeichnung als beste Publikation

Ein Team von Ärzten und Wissenschaftlern aus Ulm und Iowa City (USA) hat gezeigt, wie sich die Aktivität von Leukämiezellen im Körper mithilfe eines besonderen Markerstoffs und verschiedener Verfahren bildlich darstellen lassen. Diese Publikation ist nun vom Journal of Nuclear Medicine als eine der drei besten des Jahres 2008 mit dem Editors' Choice Award ausgezeichnet worden.

Die Wissenschaftler nutzten einen abgewandelten Grundbaustein unserer Erbinformation, der für die Zellteilung notwendig ist, und markierten ihn mit einer radioaktiven Substanz. Da Leukämiezellen sich besonders stark durch Zellteilung vermehren, sammelt sich die markierte Substanz (18F-Fluorodeoxythymidine, kurz 18F-FLT) dort, wo Leukämiezellen aktiv sind. Die Verteilung im Körper wurde dann mithilfe des PET/CT sichtbar gemacht: Dabei zeigt die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mithilfe der radioaktiv markierten Substanz die erhöhte Zellaktivität, die Computertomographie (CT) ordnet dies wie bei einem Navigationsgerät den Körperregionen zu.

So konnten die Wissenschaftler zeigen, wo im Körper beispielsweise auch nach einer Behandlung der Akuten Myeloischen Leukämien (AML) noch Leukämiezellen aktiv waren. "Wir konnten zum Beispiel sehr deutlich darstellen, dass Leukämiezellen im Knochenmark der Unterschenkelknochen aktiv sind - obwohl diese Regionen des Knochenmarks bei Erwachsenen normalerweise nicht mehr am Blutbildungsvorgang beteiligt sind", erklärt Prof. Dr. Sven Norbert Reske, Seniorautor der Studie und Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Nuklearmedizin. "Auch außerhalb des Knochenmarks - im Gehirn, im Hoden, in Lymphknoten und im Herzbeutel - konnten wir die aktiven Leukämiezellen sichtbar machen", so Reske. Damit gelang erstmals die bildliche Darstellung der Aktivität von Leukämiezellen (AML), andere Krebsarten waren mit vergleichbaren Verfahren bereits darstellbar.

"Die gewonnenen Erkenntnisse gehören zur Grundlagenforschung, könnten in der Zukunft aber helfen, gezielte Strahlentherapien zu entwickeln oder molekularbiologische Diagnosen zu ergänzen, um die richtige Therapieentscheidung zu treffen", erläutert Professor Reske.

An der gewürdigten Studie waren Wissenschaftler der Ulmer Kliniken für Nuklearmedizin und für Innere Medizin III, des Instituts für Pathologie sowie der Universität Iowa in Iowa-City (USA) beteiligt.

Originalveröffentlichung: Andreas K. Buck et al.; "First Demonstration of Leukemia Imaging with the Proliferation Marker 18F-Fluorodeoxythymidine"; Journal of Nuclear Medicine 2008, Vol. 49 No. 11 1756-1762

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