Peter H. Seeberger erhält die Liebig-Denkmünze
Herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Kohlenhydratchemie
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Prof. Peter H. Seeberger, Geschäftsführender Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, erhält die Liebig-Denkmünze der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) für seine bedeutenden Leistungen auf dem Gebiet der Kohlenhydratchemie. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung würdigt herausragende Leistungen auf dem gesamten Gebiet der Chemie. Die feierliche Verleihung fand am 19. September 2026 im Rahmen der 134. Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) in Bremen statt.
Seebergers Forschung beschäftigt sich mit der Chemie und Biologie von Kohlenhydraten – komplexen Zuckermolekülen, die in biologischen Systemen zahlreiche Funktionen übernehmen. Sie sind unter anderem an der Erkennung und Kommunikation zwischen Zellen beteiligt und spielen eine wichtige Rolle bei Immunreaktionen und Infektionen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Entwicklung von Methoden, mit denen komplexe Kohlenhydratstrukturen gezielt hergestellt und untersucht werden können.
Wegweisend sind insbesondere seine Arbeiten zur automatisierten Synthese, zur Assemblierung und Sequenzierung von Polysacchariden sowie zur Bildgebung einzelner Polysaccharide. Diese Methoden haben wichtige Grundlagen für die molekulare Glykobiologie geschaffen, die sich mit den Funktionen von Kohlenhydraten und zuckerbasierten Biomolekülen in biologischen Systemen beschäftigt.
Die Arbeiten seiner Forschungsgruppe haben unter anderem zur Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika und Therapeutika beigetragen sowie neue Möglichkeiten für die Wirkstoffsynthese eröffnet.
Peter H. Seeberger ist seit 2009 Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung und leitet dort die Abteilung „Biomolekulare Systeme“. Er ist Professor an der Freien Universität Berlin. Seit 2021 ist er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und seit 2025 Wissenschaftlicher Geschäftsführer der Center for the Transformation of Chemistry (CTC) gGmbH. Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Körber Preis, den Wissenschaftspreis des Stifterverbandes und die Emil-Fischer-Medaille der GDCh. Er ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina sowie der Berlin- Brandenburgischen und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften.