Ein Tropfen, der das Augenlicht extrem frühgeborener Babys retten kann
Forscher der Universität Göteborg führten die weltweit erste doppelblinde randomisierte kontrollierte Studie zu Kortison-Augentropfen bei Frühgeborenen durch
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Forscher der Universität Göteborg und des Sahlgrenska-Universitätskrankenhauses haben die weltweit erste randomisierte klinische Studie durchgeführt, um zu untersuchen, ob Kortison-Augentropfen das Fortschreiten einer schweren Augenerkrankung bei extrem frühgeborenen Babys verlangsamen können. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Maßnahme den Bedarf an invasiven Behandlungen bei der Frühgeborenen-Retinopathie (ROP) verringern kann – einer Erkrankung, die weltweit jedes Jahr bei 35.000 Kindern zur Erblindung führt.
ROP entsteht, wenn sich die Blutgefäße in der Netzhaut bei sehr frühgeborenen Babys abnormal entwickeln. In schweren Fällen sind derzeit Laserbehandlungen oder Injektionen ins Auge erforderlich, um Sehverlust und Erblindung zu verhindern. Diese Behandlungen sind invasiv und zerstörerisch, und Kinder, die eine Behandlung benötigen, haben das größte Risiko für Erblindung und Sehbehinderungen. An der schwedischen multizentrischen Studie DROPROP nahmen 100 Kinder teil, die vor der 30. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Die Kinder wiesen eine schwere, aber noch nicht behandlungsbedürftige Form der ROP auf und wurden randomisiert entweder mit Dexamethason-Augentropfen oder mit einem Placebo behandelt.
Die Ergebnisse zeigten, dass 20 Prozent der Kinder, die Dexamethason erhielten, eine behandlungsbedürftige ROP entwickelten, verglichen mit 38 Prozent in der Placebo-Gruppe. Dies entspricht einer Verringerung des relativen Risikos um 47 Prozent. Der Unterschied erreichte zwar keine statistische Signifikanz, zeigte jedoch eine große klinische Wirkung.
„Die Ergebnisse sind sehr vielversprechend, da die Behandlung einfach, kostengünstig und nicht-invasiv ist. Bei einem erheblichen Anteil der Kinder konnten wir die Notwendigkeit von Laserbehandlungen und Augeninjektionen bei sehr fragilen Frühgeborenen reduzieren“, sagt Ann Hellström, Professorin an der Universität Göteborg und Chefarztin am Sahlgrenska-Universitätsklinikum. Die Forscher beobachteten zudem aufmerksam mögliche Nebenwirkungen. Zwischen den Gruppen wurde kein klinisch signifikanter Unterschied bei den Komplikationen festgestellt. Es wurden keine eindeutigen Anzeichen für schwerwiegende hormonelle oder metabolische Nebenwirkungen beobachtet.
Die vom Schwedischen Forschungsrat finanzierte Studie wurde zwischen 2022 und 2025 an sechs Universitätskliniken und acht Kreiskrankenhäusern in Schweden durchgeführt und ist die erste doppelblinde, randomisierte klinische Studie zu Dexamethason-Augentropfen bei ROP.
Die Forscher planen nun Langzeit-Nachuntersuchungen der Kinder, um die Sehentwicklung und mögliche Spätfolgen der Behandlung zu untersuchen.
„Weltweit besteht ein großer Bedarf an einfacheren Behandlungsmethoden für ROP, insbesondere in Teilen der Welt, in denen der Zugang zu fachärztlicher Versorgung eingeschränkt ist. Wenn Augentropfen eine schwere ROP verhindern können, könnte dies vielen Kindern weltweit das Augenlicht retten“, sagt Ann Hellström.
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