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Erste T-Zell-Therapie gegen Krebs in Europa vor Zulassung

Deutsches Biotechnologie-Unternehmen entwickelt nächste Generation

03.07.2018

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat vergangene Woche erstmals eine neue und hochinnovative Art der Krebsbehandlung in Europa positiv beurteilt. Durch den positiven Bescheid für zwei sogenannte CAR-T-Therapien zur Behandlung von Blutkrebs wird nach Zustimmung der EU-Kommission der Weg in Europa frei, um schwer erkrankte Krebspatienten mit T-Zelltherapien zu behandeln. In den USA haben diese Immuntherapien 2017 die Zulassung erhalten. T-Zell-Therapien mobilisieren das patienteneigene Immunsystem, indem sie körpereigene Immunzellen mit Erkennungsstrukturen bzw. Rezeptoren für Tumorzellen ausrüsten, um diese zu erkennen und effizient zu zerstören. Bei den nun zugelassenen CAR-T-Therapien werden hierfür künstliche Antikörper-Rezeptor-Konstrukte verwendet (chimeric antigen receptor, CAR).

Das Münchener Biotechnologie-Unternehmen Medigene AG gehört zu den wenigen Unternehmen weltweit und ist das erste in Deutschland, das eine T-Zell-Rezeptor-basierte Krebstherapie klinisch entwickelt. Hierbei verwendet Medigene natürliche T-Zell-Rezeptoren (TCRs) als Erkennungsstrukturen gegen Krebszellen. Die TCR-Ts werden als nächste Generation von Zell-Therapien angesehen, da sie nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch breiter einsetzbar und möglicherweise mit geringeren Nebenwirkungen verbunden sein könnten als die gerade zugelassenen CAR-Ts. Dies muss in klinischen Studien getestet werden.

Dolores Schendel, Vorstandsvorsitzende und Wissenschaftsvorstand der Medigene AG, erklärt dazu: „Die Zulassung von T-Zell-Therapien in Europa ist ein sehr wichtiger Schritt für die Zukunft der personalisierten Krebsmedizin. Sie stützt unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an der zweiten Welle der adoptiven Zelltherapien, die auf T-Zellrezeptor-modifizierten Zellen basieren. Diese immuntherapeutischen Ansätze bieten einen völlig neuen Behandlungsansatz, der die körpereigenen Abwehrkräfte im Kampf gegen Krebs aktiviert.“

Viola Bronsema, Geschäftsführerin der Biotechnologie-Industrie-Organisation BIO Deutschland, ergänzt: „Die Wirksamkeit der T-Zell-Therapie bei der Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen wird durch die Zulassungsempfehlung der EMA bestätigt. Zell- und Gentherapien, wie auch der von Medigene verfolgte Ansatz, sind große Hoffnungsträger in der modernen Medizin und zeigen den Stellenwert biotechnologischer Innovationen im Kampf gegen den Krebs und anderer schwerer Krankheitsbilder. Um bahnbrechende biologische Innovationen auch in Deutschland zu fördern, sollten die Rahmenbedingungen dafür dringend angepasst werden.“

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