Labortest: Stammzellen des Klon-Forschers Hwang waren nicht geklont

01.08.2007

(dpa) Die angeblich maßgeschneiderten Patienten- Stammzellen aus dem Labor des südkoreanischen Stammzellforschers Hwang Woo Suk waren nicht wie behauptet geklont. Das hat ein neuer Labortest gezeigt. Die im Jahr 2004 von Hwang präsentierten Zellen entstammten vielmehr einer künstlich zur Teilung angeregten, unbefruchteten Eizelle, berichten Forscher um George Daley vom Dana- Farber-Krebsforschungsinstitut in Boston im Fachjournal «Cell Stem Cell». Mit ihrem genetischen Test lasse sich künftig allgemein die Herkunft von Stammzellen klären, schreiben die US-Forscher. Die angeblichen Resultate von Hwangs Gruppe hatten zum bislang größten Skandal in der Stammzellforschung geführt. Die Universität Seoul hatte den Forscher entlassen.

Stammzellen können aus verschiedenen Quellen stammen. Zum einen lassen sie sich aus Reagenzglas-Embryonen gewinnen, die bei der künstlichen Befruchtung übrig geblieben sind und bei der Stammzellentnahme zerstört werden. Die zweite Quelle: Klonen. Der Kern einer erwachsenen Körperzelle wird dafür in eine leere Eizelle verpflanzt. So entsteht in einigen Fällen ebenfalls ein Embryo, dem sich Zellen entnehmen lassen. Diese Stammzellen wären maßgeschneidert für den Spender der Körperzelle, etwa einen Patienten, der dringend Ersatzgewebe benötigt. Dies hatte Hwang 2004 in einer inzwischen vom US-Fachjournal «Science» zurückgezogenen Arbeit fälschlicherweise für seine Gruppe in Anspruch genommen. Es wären die ersten geklonten menschlichen embryonalen Stammzellen gewesen.

Eine dritte Variante zur Stammzellerzeugung ist die Jungfernzeugung (Parthenogenese). Dabei wird eine nicht befruchtete Eizelle im Labor zur Teilung angeregt. Auch hierbei entsteht ein Embryo, dessen Stammzellen dann maßgeschneidert für die Eizellspenderin sind. Je nach Herkunft finden sich im Erbgut der Stammzellen genetische Besonderheiten, schreiben Daley und seine Kollegen. Die Analyse habe gezeigt, dass die Zellen aus Südkorea ihren Ursprung in einem durch Jungfernzeugung entstandenen Embryo haben. Damit sei den Südkoreanern dieses Verfahren vermutlich zum ersten Mal bei menschlichen Stammzellen gelungen, schreiben die US- Wissenschaftler.

Das Team um Daley sieht in der Parthenogenese einen wichtigen Weg, um einmal genetisch maßgeschneiderte Stammzellen für Patientinnen zu produzieren. Aus diesen Stammzellen gezüchtetes Ersatzgewebe würde vom Organismus der Empfängerin nicht abgestoßen. Dies könnte zumindest für Frauen künftig eine Hilfe sein.

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