Neuer Biomarker für Herzschwäche in der Allgemeinbevölkerung nachgewiesen

08.01.2014 - Deutschland

Unter Führung von Cornelia Weikert vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) hat ein Wissenschaftlerteam das von Knochenzellen ins Blut abgegebene Hormon Fibroblast Growth Factor 23 (FGF23) als neuen unabhängigen Biomarker für Herzinsuffizienz (Herzschwäche) in der Allgemeinbevölkerung nachgewiesen. Wie die Forscher zeigen, haben Erwachsene mit einem hohen FGF23-Spiegel im Blut ein fast zweifach erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Die Herzinsuffizienz ist eine der häufigsten Erkrankungs- und Todesursachen in Industrienationen. Da wichtige Risikofaktoren für diese Erkrankung zu einem großen Teil beeinflussbar sind, erscheint es sinnvoll, durch rechtzeitig eingeleitete Präventionsmaßnahmen dieser schweren Erkrankung entgegenzuwirken. Die Risikobestimmung für diese Erkrankung erfolgt derzeit anhand von klassischen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, einem gestörten Fettstoffwechsel, Übergewicht und Diabetes. Neue Biomarker könnten jedoch zukünftig dazu beitragen, die Risikoeinschätzung zu verbessern, so dass Gegenmaßnahmen früher und gezielter eingeleitet werden können. Zudem geben sie Hinweise auf die Stoffwechselmechanismen, die an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sind.

Wie einige Studien der letzten Jahre annehmen lassen, besteht ein Zusammenhang zwischen Botenstoffen, die u. a. für die Knochenmineralisation eine Rolle spielen, und dem Auftreten einer Herzschwäche. Um neue Biomarker zu identifizieren, untersuchte das Forscherteam daher die Beziehung zwischen dem Hormon FGF23, dem Parathormon sowie Vitamin D und der Entstehung einer Herzinsuffizienz. Grundlage für die Untersuchung bildeten die Daten und Blutproben von 1.441 weiblichen und männlichen Teilnehmern der Potsdamer EPIC-Studie, von denen 221 im Nachbeobachtungszeitraum von etwa acht Jahren an einer Herzinsuffizienz erkrankten.

Während die Forscher eine unabhängige, positive Beziehung zwischen dem FGF23-Blutplasmaspiegel und dem Risiko für eine Herzschwäche nachwiesen, beobachteten sie keinen Zusammenhang zwischen dem Erkrankungsrisiko und den Blutkonzentrationen des Vitamin D. Eine nur bei Adipösen (Fettsüchtigen) beobachtete Beziehung zwischen der Parathormon-Konzentration und dem Herzinsuffizienz-Risiko bedarf weiterer Studien.

„Wie wir erstmals zeigen, könnte FGF23 zukünftig als neuer Biomarker genutzt werden, um das Herzinsuffizienz-Risiko in der Allgemeinbevölkerung zu bestimmen“, sagt Erstautorin Romina di Giuseppe vom DIfE. „Ob FGF23 nur als neuer Marker für Herzschwäche zu sehen ist oder ob er aktiv zur Krankheitsentstehung beiträgt, muss noch erforscht werden“, ergänzt die Medizinerin und Epidemiologin Cornelia Weikert. „Ergebnisse anderer Studien lassen Letzteres aber vermuten“, sagt die Studienleiterin weiter.

Originalveröffentlichung

Weitere News aus dem Ressort Wissenschaft

Meistgelesene News

Weitere News von unseren anderen Portalen

Kampf gegen Krebs: Neueste Entwicklungen und Fortschritte