Ein Suizid-Gen für Lebertumoren
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Beim Stiftungsfest der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München wurde Dr. Hanno Nieß von der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Großhadern der mit 25.000 Euro dotierte Georg Heberer Award 2010 verliehen. Der Assistenzarzt und Nachwuchswissenschaftler erhielt die Auszeichnung für einen innovativen Ansatz bei Leberkrebs, den er im Rahmen seiner Dissertation entwickelte: Genetisch veränderte Stammzellen sollen hier die Tumorzellen hochspezifisch in den Suizid treiben.
Hepatozelluläre Karzinome (HCCs) - also Leberzellkarzinome - entwickeln sich meist aus einer Zirrhose oder einer anderen chronischen Erkrankung der Leber. Auf Chemotherapie sprechen die Tumoren sehr schlecht an. Die neu entwickelte und im Fachmagazin „Annals of Surgery“ präsentierte "Suizidgentherapie" könnte bei Patienten mit chirurgisch nicht behandelbaren Tumoren zum Einsatz kommen, bei denen eine Lebertransplantation möglich ist - oder eine palliative Therapie zur Verlängerung der Lebenszeit.
Die Zeit bis zur Transplantation überbrücken
Die Therapie basiert auf der Verwendung mesenchymaler Stammzellen, die in humane Leberzellen rekrutiert werden, wo sie verschiedene Gene aktivieren und zum Tumorwachstum beitragen. Gentechnisch lässt sich die Aktivierung der Gene aber an die Expression eines sogenannten Suizidgens koppeln, das dann hochspezifisch in den Tumoren aktiv wird - und das Tumorwachstum hemmt. In Kombination mit anderen Verfahren könnte dieser Ansatz etwa dazu beitragen, während der oft langen Wartezeit bis zu einer Transplantation einen Fortschritt des Leidens zu verhindern.
Hanno Nieß wurde 1982 in Mainz geboren. An der LMU studierte er Humanmedizin. Es folgten Aufenthalte an der Harvard Medical School, USA, an der University of Chicago, USA, sowie an der University of Otage in Wellington, Neuseeland. 2009 promovierte Nieß mit der prämierten Arbeit zur Suizidgentherapie bei Leberzellkrebs an der LMU und ist seitdem als Assistenzarzt an der Chirurgischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Großhadern tätig. Seine Arbeit wird unter anderem durch die Friedrich-Baur-Stiftung in München gefördert.