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Kommt die DIN-Norm für Unternehmensgründungen?

Leitfaden für technologie- und wissensbasierte Gründungen

24.04.2019

rawpixel, pixabay.com, CC0

Symbolbild

Ein Konsortium* aus verschiedenen Institutionen hat einen Leitfaden für Unternehmensgründungen entwickelt. Dieser hat aktuell den Status einer Spezifikation nach DIN (DIN SPEC 91354) und richtet sich vor allem an Gründer in der Technologiebranche. Inhaltlich beschränkt sich das Papier ähnlich wie die im Markt bereits etablierte Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001 auf wesentliche Grundprinzipien. Sie soll bei sachgerechter Bearbeitung die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Start-ups erhöhen und potenziellen Geldgebern eine transparente Entscheidungsgrundlage für das Pro und Contra einer Investition liefern.

„Der Schlüssel liegt in der Interaktion zwischen Produkt, Kunde und Nutzer“, sagt Prof. Dr. Stephan Haubold vom Competence Center Entrepreneurship für die Region Frankfurt Rhein Main an der Hochschule Fresenius. Er hat wesentlich an der Ausarbeitung der DIN-Specification mitgewirkt. „Gründer müssen sehr klar ihren Unternehmenszweck definieren, ihre Zielgruppe festlegen und ein stichfestes Geschäftsmodell entwickeln.“ Für diese drei Kernelemente gibt es in dem Grundsatzpapier jeweils Unterpunkte, die präzise dokumentiert werden müssen. Erst wer hinter jeden Aspekt einen Haken setzen kann, erfüllt die Voraussetzungen für die Unternehmensgründung. Ein wesentliches Erfolgskriterium ist die Vollständigkeit der Bearbeitung. „Damit wäre das Ziel erreicht, dass Gründer sich über alle wesentlichen Gesichtspunkte intensiv Gedanken gemacht haben“, so Haubold. Bewusst verzichtet hat das Konsortium auf die Darstellung von Methoden. Diese eigneten sich nicht für eine Standardisierung. „Hinsichtlich der Umsetzung können unterschiedliche Wege zum Ziel führen, außerdem unterliegen Methoden Veränderungen. Diese mit aufzunehmen hätte wieder Unübersichtlichkeit zur Folge gehabt – die wir ja gerade vermeiden wollen.“

Erreichen möchte das Konsortium vor allem Gründungswillige im so genannten MINT-Bereich, also Naturwissenschaftler, Forscher, Ingenieure, Informatiker. Sie hätten große Schwierigkeiten bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen und Business-Plänen. „Die entscheidende Frage lautet: Welches real existierende Problem löst das Produkt oder die Dienstleistung? Von der Antwort auf diese Frage sind die meisten Technologiegründer sehr weit entfernt. Wir treffen in der Branche oft auf Lösungen, die noch ihr Problem suchen. Die Entwicklungen mögen an sich hervorragend funktionieren, gehen aber an den Marktbedürfnissen vorbei. Dem möchten wir mit unserer Spezifikation entgegenwirken“, schildert Haubold.

Das Konsortium wünscht sich, dass aus der Spezifikation eine Norm wird und Gründer sich künftig ähnlich wie bei ISO 9001 zertifizieren lassen können. Das würde nicht nur die Gründer vor unüberlegten und folgenschweren Entscheidungen schützen, sondern auch Bundesministerien, die Fördergelder vergeben, Investoren sowie Banken ein wichtiges Instrument an die Hand geben. Damit das passiert, müssen möglichst viele auf den Standard setzen und so für eine Etablierung am Markt sorgen. Das Deutsche Institut für Normung (DIN e.V.) ist dazu aktuell mit verschiedenen Bundesministerien im Gespräch.

* Das Konsortium besteht aus folgenden Mitgliedern: Dr. Meiko Hecker (AMO-Systems GmbH – Initiator), Prof. Dr. Stephan Haubold (Hochschule Fresenius), Sascha Peters (axxessio GmbH), Dr. Frank Zimmermann (cesah GmbH Centrum für Satellitennavigation Hessen), Christian Plath (Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft), Martin Proba (IHK Darmstadt), Gudrun Lantelme (Technische Universität Darmstadt, Dezernat Forschung und Transfer), Prof. Dr. Carolin Bock (Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Gründungsmanagement), Dr. Andreas Walkenhorst (Tergau & Walkenhorst Patentanwälte Rechtsanwälte).

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