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Besseres Wasser für alle

EU-Parlament für neue Trinkwasserregeln

24.10.2018

PublicDomainPictures, pixabay.com, CC0

Symbolbild

(dpa) Trinkwasser soll in ganz Europa noch besser werden und für alle Bürger verfügbar sein. Das EU-Parlament stimmte zu diesem Zweck am Dienstag in Straßburg für schärfere Schadstoffgrenzwerte für das Leitungswasser in der EU. Die Abgeordneten sprachen sich außerdem dafür aus, dass die Mitgliedstaaten etwa dank Trinkwasserbrunnen oder kostenlosem Leitungswasser in Restaurants den Zugang zu Wasser verbessern.

Ziel des Vorstoßes ist auch, dass die Europäer mehr aus dem Hahn und weniger aus Plastikflaschen trinken, um die Müllmassen einzudämmen. Würde weniger Wasser aus Plastikflaschen konsumiert, könnten europäische Haushalte mehr als 600 Millionen Euro jährlich sparen, rechnet die EU-Kommission vor. Mehr als neun von zehn Menschen in Deutschland trinken einer Studie des Instituts IESK zufolge Leitungswasser, über 85 Prozent bewerten die Qualität mit «sehr gut» oder «gut».

Mit der Abstimmung im Parlament legten sich die Abgeordneten auf eine gemeinsame Position bei den anstehenden Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten fest.

In Deutschland und der EU ist die Qualität des Leitungswassers nach Angaben der Brüsseler Behörde überwiegend sehr gut. In den Jahren 2011 bis 2013 fiel nur Ungarn bei der Einhaltung der Grenzwerte bestimmter Chemikalien etwas aus dem Rahmen. Bei Mikroorganismen erreichten alle Mitgliedsländer weitgehend die Zielvorgaben.

Nach Angaben der europäischen Bürgerinitiative Right2Water fehlt allerdings etwa einer Million Menschen in der EU der Zugang zu Trinkwasser. Bis zu acht Millionen stehen keine sanitären Anlagen zur Verfügung.

Das soll sich nach dem Willen der EU ändern. Im Februar legte dazu die EU-Kommission Vorschläge für eine Überarbeitung der 20 Jahre alten Trinkwasserrichtlinie vor, die Schritte zu einer besseren Versorgung auch benachteiligter und armer Menschen wie zum Beispiel Roma vorsieht. Neue Bauvorschriften sollen Schadstoffe aus Leitungen weiter zurückdrängen. Die Versorger sollen Informationen zur Wasserqualität vor Ort leicht zugänglich machen, um das Vertrauen der Bürger zu stärken.

Auch sollen die neuen Grenzwerte an die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst werden. Höchstwerte für Arzneimittel oder Mikroplastik im Trinkwasser sind jedoch noch nicht vorgesehen - obwohl die Sorge darüber wächst. Die EU-Kommission ist aber dazu aufgerufen, den Gehalt dieser Stoffe im Leitungswasser zu beobachten und zu einem späteren Zeitpunkt einen Bericht vorzulegen. Darin soll es auch um deren mögliche gesundheitsschädliche Wirkung gehen.

Der SPD-Abgeordnete Tiemo Wölken sprach von einer halbherzigen Verbesserung. Liberale, Konservative und Nationalisten hätten schärfere Verpflichtungen der Mitgliedstaaten bei der Versorgung mit sauberem Wasser verhindert. Nun können die nationalen Regierungen aus verschiedenen Lösungsansätzen auswählen, statt ein verbindliches Maßnahmenpaket einführen zu müssen. Über eine Million Menschen müssten verunreinigtes Wasser trinken, sagte Wölken. «Die Mitgliedstaaten stehen in der Verantwortung, diese Menschen zu versorgen.»

Der deutsche Kommunalverband VKU begrüßte die Neufassung der Richtlinie grundsätzlich. Allerdings fürchtet der Verband Mehrkosten, weil neuerdings auch für Stoffe mit hormonverändernder Wirkung Grenzwerte eingeführt werden sollen. Diese Stoffe müssten analysiert und gegebenenfalls aus dem Wasser entfernt werden, hieß es. Dabei sehe die Weltgesundheitsorganisation WHO keine Anzeichen für ein Gesundheitsrisiko.

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