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Durchbruch in der Gentechnik: Emmanuelle Charpentier erhält Kavli-Preis

05.06.2018

© Hallbauer&Fioretti (Braunschweig), UC Berkeley, Vilnius University (von links nach rechts)

Von links nach rechts: Emmanuelle Charpentier, Jennifer A. Doudna und Virginijus Šikšnys.

Emmanuelle Charpentier gehört zu den Gewinnern des international renommierten Kavli-Preises. Gewürdigt wird ihre Pionierarbeit bei der Entwicklung des CRISPR-Cas9-Systems, einem revolutionären Gentechnik-Tool.

Charpentier, die am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin forscht, teilt sich den Preis mit Jennifer Doudna von der University of California, Berkeley, USA, und Virginijus Šikšnys von der Universität Vilnius in Littauen. Die drei Wissenschaftler werden "für die Erfindung von CRISPR-Cas9 geehrt, einem präzisen Nanotool zur Bearbeitung von DNA, das die Biologie, Landwirtschaft und Medizin revolutioniert hat“, heißt es in der Begründung der Jury.

Neben den Nanowissenschaften wurde der Kavli-Preis auch an die Astrophysikerin Ewine van Dishoeck aus den Niederlanden in der Kategorie Astrophysik sowie an die Neurowissenschaftler A. James Hudspeth (USA), Robert Fettiplace (UK) und Christine Petit (Frankreich) im Bereich Neurowissenschaften verliehen. "Diese Preisträger stehen für eine wahrhaft bahnbrechende Forschung, von der die Menschheit auf tiefgreifende Weise profitieren wird. Sie werden zudem auch zukünftige Generationen inspirieren, weiter nach Antworten auf drängende Fragen zu suchen. Durch ihr Engagement und ihre Innovationskraft haben sie das Verständnis für unsere Existenz gestärkt", sagt Ole M. Sejersted, Präsident der Akademie. Die Preise werden am 4. September 2018 im Rahmen eines Banketts mit Seiner Majestät König Harald aus Norwegen im Rathaus von Oslo verliehen.

Das CRISPR-Cas9-System von Bakterien lässt sich als extrem präzises Werkzeug einsetzen, um genetisches Material zu bearbeiten und die Funktion von Genen zu untersuchen. Daran knüpft sich die Hoffnung, dass diese Gen-Schere dereinst auch genutzt werden kann, um neue Behandlungsmöglichkeiten für schwerwiegende Krankheiten des Menschen zu entwickeln. In 2011 veröffentlichte Charpentier einen wegweisenden Artikel in der Zeitschrift Nature, in der sie die tracrRNA, ein RNA-Molekül, als Teil des Abwehrsystems CRISPR-Cas9 beschreibt. Ein Jahr später legte sie im Fachmagazin Science dar, wie der duale RNA-Cas9-Mechanismus als CRISPR-Cas9 Technologie gezielt genutzt werden kann.

Die Entdeckung war ein Meilenstein in der Molekularbiologie – und wurde schon mehrfach ausgezeichnet: So erhielt Emmanuelle Charpentier u.a. den Breakthrough Prize in Life Sciences, den Ernst Jung-Preis, den Louis-Jeantet-Preis für Medizin, den Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis sowie den Japan-Preis 2017.

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