30.09.2009 - Technische Universität München

Die Bayerische Patentallianz schließt zwei Lizenzverträge mit der 2mag AG über ein Bioreaktorsystem und ein Probenahmesystem

Die Bayerische Patentallianz GmbH schließt für zwei Technologien der Technischen Universität München (TUM) auf dem Gebiet der Bioverfahrenstechnik Lizenzverträge ab. Demnach erwirbt die 2mag AG die weltweiten und exklusiven Rechte zur Herstellung und Vermarktung eines neuartigen Bioreaktorsystems sowie eines Probenahmesystems.

Bioreaktoren werden eingesetzt, um biotechnologische Prozesse durchführen zu können. In diesen Behältnissen kultiviert man z.B. Zellen in einem Nährmedium, um bestimmte Stoffumwandlungen hervorzurufen und die daraus entstehenden Produkte u.a. für die pharmazeutische Forschung und die Umwelttechnik zu nutzen. Eine optimale Ausbeute stellt jedoch sehr hohe Anforderungen an die Bedingungen innerhalb des Reaktors. Es gilt daher, eine große Anzahl von Parametern, wie beispielsweise den Sauerstoffeintrag, zu kontrollieren und zu steuern. Bislang war es nur möglich eine relativ kleine Anzahl von Bioreaktoren unter diesen kontrollierten Reaktionsbedingungen zu betreiben.

Das nun von der 2mag AG einlizenzierte Verfahren zur Kultivierung von Zellen in einem flüssigen Nährmedium wurde von Prof. Weuster-Botz am Lehrstuhl für Bioverfahrenstechnik der TUM entwickelt und ermöglicht den effektiven und parallelen Betrieb 48 kleinen Bioreaktoren unter kontrollierten Bedingungen. Neuartige Rührgeräte und speziell geformte Einwegbehälter sorgen für einen effizienten Eintrag zugeführter Gase (z.B. Luft) mit der Flüssigkeit, was ein optimales Wachstum der Zellen sicherstellt. Der zusätzliche Einsatz von Pipettier-Robotern ermöglicht darüber hinaus einen voll automatisierbaren Parallelbetrieb, der erstmalig effizient und individuell kontrolliert werden kann. So können beispielsweise statt einem Experiment im kontrollierten 0,5 l Rührkesselreaktor mit demselben Reaktionsvolumen zeitgleich 50 Experimente in 50 parallelen 10 ml-Rührreaktoren automatisiert durchgeführt werden. Das bedeutet den 50-fachen Informationsgewinn in derselben Versuchszeit.

Ein solches neues Bioreaktorsystem in ‚Schuhkartongröße’ mit 48 Rührreaktoren wird die 2mag AG auf der BIOTECHNICA vom 06. bis 08. Oktober in Hannover vorstellen.

Ferner hat die 2mag AG durch den Abschluß eines zweiten Lizenzvertrages die Rechte zur Herstellung und Vermarktung eines neuartigen Probenahmesystems erworben. Das neuartige System zur Überwachung des Verfahrensablaufs in Bioreaktoren ist extrem einfach in der Handhabung, reduziert so manuelle Fehler und macht die Probenahme reproduzierbarer und zuverlässiger.

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