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Molzym und MHH entwickeln neuartigen Sepsis-Radar

2-jährige Studie startet an der Medizinischen Hochschule Hannover

31.08.2009

© sebastian kaulitzki / Fotolia.de

Darstellung von GRAM-negativen Stäbchenbakterien, die eine Zellgewebeoberfläche besiedeln. Eine Vielzahl von Erreger dieser Bakteriengruppe ist für Sepsis-Infektionen verantwortlich. GRAM-negative Erreger gehören zu den am schwersten behandelbaren Bakterien, da sie über Mechanismen zur Ausbildung von Antibiotikaresistenzen verfügen.

Schwerstkranke Patienten, die auf einer Intensivstation an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen sind, unterliegen heutzutage noch immer einem erhöhten Risiko einer lebensbedrohenden Infektion. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover und des Diagnostik-Spezialisten Molzym arbeiten mit Hochdruck an einem Frühwarnsystem für Infektionen.

Die Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt, ist eine außer Kontrolle geratene Infektion des Blutkreislaufs. Besonders hoch ist das Sepsis-Risiko für Patienten, die auf einer Intensivstation an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden müssen. Aktuelle Studien zeigen, dass das Infektionsrisiko trotz des Einsatzes von Antibiotika und modernster lebenserhaltender Technologien immer noch unverhältnismäßig hoch ist. Forscher aus Bremen und Hannover wollen nun mit einem molekularbiologischen Schnelltest Abhilfe schaffen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Entwicklung und Validierung eines molekularen Monitoring-Testes für mikrobielle Infektionen von Patienten mit extrakorporaler Kreislauf- und Atemversorgung“ wollen Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover zusammen mit Spezialisten der Bremer Firma Molzym einen Frühwarntest entwickeln und auf den Markt bringen.

„Wir sehen gute Chancen, mittels der Molzym-Technologie schwere Infektionen früh erkennen und dadurch mit gezielten Therapien die Prognose von Patienten verbessern zu können“, sagt Prof. Dr. Dr. h.c. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie der MHH. Die moderne Molekulardiagnostik ermöglicht den Forschergruppen heute die Entwicklung von Frühwarntests, an die vor kurzem noch gar nicht zu denken war. „Es ist für mein Unternehmen eine große Ehre, mit einer der weltweit führenden Kliniken für Transplantationsmedizin zusammenzuarbeiten“, erklärt Prof. Dr. Michael Lorenz, Forschungsleiter bei Molzym. Das Bremer Unternehmen hatte erst kürzlich mit einem Schnelltest (SepsiTest™) zur Identifizierung von Sepsis-Erregern direkt aus Vollblut auf sich aufmerksam gemacht.

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