Von der Ausgründung aus der Universität zum Weltkonzern
Rückblick auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte die ihren Anfang an der Universität Regensburg nahm
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Die Firma Geneart war eine der ersten Ausgründungen der Universität Regensburg die im BioPark Regensburg vor 25 Jahren eingezogen ist. Sie ist ein Vorreiter in der Herstellung synthetischer Gene und heute Teil des US-amerikanischen Technologieunternehmens Thermo Fisher Scientific. Rückblick auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte am Standort Regensburg, die heute noch lebendig ist.
1999 ging die BioPark Regensburg GmbH auf dem Gelände der Universität Regensburg an den Start. Zu dieser Zeit dauerte die Herstellung eines künstlichen Gens noch mehr als ein halbes Jahr. Das war dem damaligen Arbeitsgruppenleiter Professor Ralf Wagner am Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg für seine Forschung an einem HIV Impfstoff zu lange und so beschäftigte er sich selbst mit diesem Thema. Mit einer eigens entwickelten Software und adaptierten Geräten entwickelte er mit Kollegen eine wegweisende Geschäftsidee zur automatisierten Herstellung von künstlichen Genen.
Geneart stellt Gene in wenigen Tagen her
„Das junge Unternehmen Geneart (die Kunst der Gene) legte mit Unterstützung des BioParks, des Freistaats Bayern und des Bundes (BMBF) eine kometenhafte Erfolgsgeschichte auf“, erläutert BioPark Geschäftsführer Dr. Thomas Diefenthal. 2006 ging die Firma als eines der wenigen deutschen Biotech-Unternehmen an die Frankfurter Börse und wurde 2010 zunächst von „life technologies“ und 2014 von Thermo Fisher Scientific übernommen. Heute werden am Standort Regensburg Gene innerhalb weniger Tage hergestellt. Während früher pro Jahr nur eine Handvoll produziert werden konnte, sind es heute tausende Gene die parallel produziert und weltweit versendet werden können. Diese Entwicklung wurde durch erhebliche Investitionen in den letzten Jahrzehnten ermöglicht – insbesondere in IT-gestützte Prozesse, Miniaturisierung, Automatisierung sowie in innovative Technologien. Ein Beispiel hierfür ist die vollständig automatisierte, mikrochip-basierte Oligonukleotid Synthese, die neue Maßstäbe in Effizienz und Skalierbarkeit setzt. Darüber hinaus hat Thermo Fisher Scientific Geneart in neue Geschäftsfelder expandiert. Neben der hochqualitativen Herstellung von Genen und Plasmiden bietet das Unternehmen seit mehr als zehn Jahren auch Proteinherstellung im Rahmen des sogenannten „Gene-to-Protein“-Services an. Dabei wird die synthetisierte DNA direkt für die Expression in Säugerzellen genutzt. Dieser Service wird weltweit insbesondere von Kunden aus der Biopharma-Industrie in Anspruch genommen, vor allem im Bereich der Antikörperforschung, wo er maßgeblich zu neuen wissenschaftlichen Durchbrüchen beiträgt.
GeneOptimizerTM-Algorithmus “übersetzt” Sprache der Gene
Ein zentrales Element der Proteinexpression ist eine der Schlüsselinnovationen aus der Gründungszeit von Geneart: der GeneOptimizerTM-Algorithmus. Denn die Gene von Menschen, Tieren und Pflanzen sprechen zwar dieselbe Sprache, aber mit unterschiedlichen Dialekten. Je nach Einsatzort müssen diese übersetzt werden, um optimal zu funktionieren. Dieser Algorithmus steht allen Gensynthese-Kunden kostenfrei zur Verfügung. Regelmäßige Vergleichstests zeigen, dass die optimierte Sprachwahl (Kodon) zu einer signifikant höheren Proteinexpression führt – im Vergleich zu Methoden von Wettbewerbern aus den USA und China, die nicht in Europa produzieren.
Das Regensburger Unternehmen beschäftigt heute über 300 Mitarbeiter auf insgesamt über 7.000 m2 Labor-und Bürofläche im BioPark und Gewerbepark Regensburg. Gene „Made in Regensburg“ sind heute weltweit Standard und fester Bestandteil der globalen Biotechnologie-Szene.
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